Mit den Kindern Deutsch lernen

Bad Berleburg..  Auch an die Burgfeldschule kommen zunehmend Kinder als Seiteneinsteiger, die ohne die geringsten deutschen Sprachkenntnisse sind und deshalb Schwierigkeiten haben, sich zu artikulieren oder mit anderen zu kommunizieren. Selbst die einfachsten sprachlichen Kompetenzen für den alltäglichen Umgang miteinander sind häufig nicht vorhanden und stellen sich, oft auch wegen der fehlenden Rahmenbedingungen im sozialen Umfeld, erst nach vielen Wochen ansatzweise ein. Darauf macht Schulleiter Günter Rothenpieler aufmerksam, der diesen Defizite mit freiwilligen Kräften begegnen möchte.

Deutlich mehr Fälle

Die angesprochenen Kinder könnten wenig aus dem regulären Unterricht und den speziellen Förderangeboten mitnehmen, die die Schule natürlich anbiete. Aber gerade die in diesen Fällen dringend nötige Einzelförderung sei einerseits die intensivste Art der Unterstützung, bleibe aber andererseits die Ausnahme, weil die Schule nur auf ein begrenztes Lehrerstundenangebot zurückgreifen kann. „Diese Kinder sind oft so sprachlos, dass wir weit vor unseren Möglichkeiten ansetzen müssen.“ Und es seien mehr als noch vor einigen Jahren: „In dieser geballten Form hatten wir das früher nicht.“ Zurzeit sind es acht Kinder, deren Eltern aus Ländern der Europäischen Union nach Berleburg gezogen und hier auch gemeldet sind. „Mit dem Übergangsheim hat das überhaupt nichts zu tun“, verweist Rothenpieler auf Herkunftsländer wie Italien, Tschechien oder Rumänien und eine mit der Freizügigkeit in der EU einhergehende Problematik, die beispielsweise in Schulen des Siegerlands schon seit längerer Zeit aufgetaucht sei.

Jetzt sucht die Schule zur Ergänzung des Förderangebotes ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die gemeinsam mit der Schule in der Unterrichtszeit und gerade auch im OGS-Betreuungsrahmen diese Kinder intensiv sprachlich begleiten.

Denkbar sei, dass Sprachhelfer für etwa sechs bis acht Wochen ein Kind intensiv sprachlich begleiteten für ca.1 Stunde am Tag. Daran könne sich später eine Arbeit in Kleingruppen anschließen. Es sei wünschenswert, wenn sich zwei Sprachbegleiter die Verantwortung für ein Kind teilten und so gemeinsam fünf Tage pro Woche abdecken könnten. Ideal wäre es auch, wenn die Sprachbegleiter Sprachkenntnisse oder –erfahrungen in den Herkunftssprachen hätten.

Im Alltag unterstützen

Die sprachliche Unterstützung für diese Kinder in Alltagssituationen sei dabei ein zentrales Ziel. Vielleicht könnten in der Arbeit kleine Projekte wie „Wir besuchen den Supermarkt“, „ Wir gehen zum Bäcker“, etc. zugleich die gesellschaftlichen Kontakte und sozialen Kompetenzen der Kinder ausbauen und stärken.