Meister-Schuhmacher Kloos setzt auf Teamwork

Eingespielt seit über einem Jahrzehnt: Schuhmacher-Meister Rüdiger Kloos  mit seinen Mitarbeiterinnen Kerstin Reinke (links) und Bettina Walle.
Eingespielt seit über einem Jahrzehnt: Schuhmacher-Meister Rüdiger Kloos mit seinen Mitarbeiterinnen Kerstin Reinke (links) und Bettina Walle.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
WP-Initaitive „Hier kaufe ich gern!“ - Auch das Berleburger Komfortschuhhaus bekommt die Konkurrenz aus dem Internet zu spüren. Da hilft nur eines: nicht nachlassen.

Bad Berleburg..  Was bietet der klassische Einzelhandel seinen Kunden, das ihnen das Internet nicht bietet? Dieser Frage müssen sich auch Rüdiger Kloos und sein Team vom gleichnamigen Bad Berleburger Orthopädie-Schuhhaus stellen. Jeden Tag aufs Neue.

Der stets gut gelaunte 55-Jährige sieht das Online-Geschäft mit Komfort-Schuhen nicht als ausgemachten Feind an. Aber eben auch nicht als Freund. „Freude am und Liebe zum Beruf und natürlich die ganz persönliche Fachberatung kann das Internet nicht ersetzen“, versichert Kloos, „irgendwann will man einfach den Service vor Ort nutzen, wir werden ja alle nicht jünger.“ Ach ja, „und der Computer ist auch nicht für ein Späßchen zu haben!“

In der dritten Generation

Rüdiger Kloos übernahm das Komfortschuhhaus mit angeschlossener Werkstatt für orthopädische Schuh-Technik in der Poststraße Ende 1999 von seinem Vater und führte es in die dritte Generation. Das Internet für jedermann steckte da – zumindest in Deutschland – noch in den Kinderschuhen. 15 Jahre später muss er sich ordentlich strecken, um sich zu behaupten. „Ich nehme an Weiterbildungen teil“, erzählt der Meister-Schuhmacher, „an vier Wochenenden jährlich sind wir auf Messen vertreten, zweimal pro Jahr ist Innungsversammlung.“ Dass die Arbeit nach Ladenschluss und an Wochenenden nicht ruht, ist für den Selbstständigen Routine. Selbst und ständig halt. Ein Wort der Klage kommt ihm nicht ansatzweise über die Lippen. Organisation ist alles. Dafür tragen seine Angestellten und er Sorge.

Im Team am Start

Bettina Walle ist seit zwölf Jahren mit an Bord, Kerstin Reinke seit zehn. Die typische Arbeitsteilung: Der Chef verschwindet in der Werkstatt, Reinke arbeitet den anfallenden Papierkram ab („Die Arbeit mit Krankenkassen muss sein, ein Großteil unserer Kunden kommt mit einer ärztlichen Überweisung“), Walle hält die Verkaufsfläche in Schuss. Gemeinsam stemmen sie so das Tagesgeschäft. „Eine persönliche Beratung kann auch schon mal eine Stunde in Anspruch nehmen“, verrät Kloos. Die drei verstehen sich, gehen sich auch mal aus dem Weg, wenn es muss, sitzen nach Feierabend zusammen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ein Team eben.

Ihr Kontakt zum Komfortschuhhaus Kloos

Wichtige wirtschaftliche Faktoren für sein kleines Unternehmen, „gar nicht wegzudenken“ sogar, seien neben Privatkunden auch Krankenkassen- und Berufsgenossenschaftspatienten, die wahlweise mit speziell angefertigten orthopädischen Schuhen, Einlagen nach Maß und sonstigen Schuhzurichtungen ausgestattet werden.

Nun hält der virtuelle Einkaufsbummel allerdings den einen oder anderen Fallstrick bereit für den bodenständigen Berleburger: „Da sind die, die sich bei uns beraten lassen und dann im Netz kaufen. Manche juckt es einfach nicht, wo ihre Einlagen letztlich gefertigt wurden.“ Ebenfalls nicht zu unterschätzen seien die Porto-Kosten bei Rücksendungen oder Nachbestellungen: „Die bleiben in der Regel an uns hängen.“ Anders als bei zahlreichen Internetanbietern. „Manche unserer Kunden“, hat Kloos erfahren müssen, „haben auch einfach mal Lust auf die großen Einkaufszentren und fahren dafür nach Siegen, Köln oder sogar ins Centro nach Oberhausen!“

Doch es gibt da ja auch die schönen Gegenbeispiele, die Siegener zum Beispiel, die nach Bad Berleburg kommen, weil sie etwa den guten Service so schätzen. „Diese Art der Beratung kennen die gar nicht mehr“, versichert der Schuhmacher aus Leidenschaft. Wen er selbst bestens kennt: Die Stammkundschaft, die einst schon seinen Vater aufsuchte. Sie wissen vor allem eines zu schätzen: „Wer geht denn noch vor seinen Kunden auf die Knie wenn nicht wir?“