Mehr als 60 000 Euro für eine Übergangslösung

Erndtebrück..  Die Gemeinde Erndtebrück muss für die als Übergangslösung geplante Unterbringung von Asylbewerbern in Räumen der Hauptschule deutlich mehr Geld ausgeben als zunächst geplant. Darauf verwies Kämmerer Thomas Müsse gestern Abend während der Sitzung des Bauausschusses. Die Mitglieder nahmen auf Antrag der FDP die Umbaumaßnahmen in Räumlichkeiten des unteren Traktes in Augenschein, die eigentlich „nur“ 40000 Euro kosten sollten.

Keine einfache Lösung

Der Kreis hatte aber mit umfangreichen Vorgaben zum Brandschutz dafür gesorgt, dass in der Summe rund 62 000 Euro für die als Übergangslösung geplante Maßnahme ausgegeben werden müssen. Müsse: „Das war so nicht gedacht. Wir hatten eine Einfachlösung vorgesehen.“

Wegen der Brandschutzauflagen mussten die Zwischenwände mit teureren Materialien gezogen werden, konnten die gestern angelieferten Sanitärcontainer nicht direkt ans Gebäude gesetzt werden. Die Folge: „Zusätzliche Erdarbeiten wurden notwendig und ein Windfang muss installiert werden.“ Gleichwohl sei das aber immer noch günstiger als die Miete für Wohncontainer am Bauhof, in denen 12 Personen untergebracht werden können. Dafür musste die Gemeinde allein im vergangenen Jahr 27 000 Euro zahlen. In den drei Räumen der Hauptschule sollen zwischen 15 und 20 Menschen Platz finden. Eine Küche, in der sie sich versorgen können, wird in den nächsten Tagen noch installiert.

Eine endgültige Lösung ist nach Informationen unserer Zeitung in der ehemaligen Turnhalle des Jugenddorfs CJD in Birkefehl geplant (wir berichteten gestern), die von der Kommune für 50 000 Euro erworben werden soll. Gleichwohl werden aber auch dort erhebliche Umbaukosten fällig. Insgesamt wird die Gemeinde für die Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber in diesem Jahr nach Aussage von Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel rund eine Viertelmillion Euro ausgeben müssen - Geld auf dem die Kommune wohl sitzen bleiben wird, obwohl Völkel noch einmal anmahnte: „Der Bund muss liefern.“

Derzeit sind in Erndtebrück 55 Asylbewerber am Bauhof und in sechs Wohnungen untergebracht - 32 wurden allein in den ersten Monaten 2015 zugewiesen. Weitere werden schon in Kürze erwartet.