Massive Kritik an den hessischen Windkraft-Planungen

Wunderthausen/Bromskirchen..  In einer siebenseitigen Stellungnahme hat der Wunderthäuser Ortsvorsteher Martin Schneider in dieser Woche erhebliche Kritik an den Planungen der Gemeinde Bromskirchen geäußert, den Flächennutzungsplan wegen Windkraftansiedlung bzw. Repowering zu ändern (wir berichteten am Dienstag ausführlich). Schneider bezieht seine Kritik auf den Windpark oberhalb der Ortschaft, zu dem er bereits Anfang des vergangenen Jahres Bedenken bei der hessischen Nachbargemeinde angemeldet hatte. Die dort vorhandenen fünf Anlagen sollen nach Vorstellungen des Investors durch größere ersetzt werden, die in 600 Meter Abstand vom Dorf errichtet werden sollen. Schneider fordert den Abbau der vorhandenen Windräder und die Einstellung weiterer Planungen.

Bereits seit der Errichtung der vorhandenen Anlagen leiden die Bürger, so Schneider, unter ständiger Immissionsbelastung. Insbesondere bei starkem Ostwind komme es zu pfeifenden und heulenden Windgeräuschen, die von nahezu allen Bürgern der Ortschaft als störend empfunden würden.

Nicht weniger Lärm

Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die Lärmbelästigung durch neue Anlagen, die 2,6 Mal höher sind, verringern werde. Gleichzeitig weist Schneider auf das Missverhältnis der Mindestabstände hin. Die fünf bestehenden Anlagen stehen nur 220 Meter von der ersten Wohnbebauung entfernt. An der Zulässigkeit gab es schon seinerzeit Zweifel. Heute gelten ohnehin andere Vorgaben. Bei den neuen Anlagen sollen es laut Planer 600 Meter sein. Gehe man aber von der dreifachen Anlagenhöhe aus, müssten es 660 Meter sein, so der Ortsvorsteher. Schneider befürchtet nicht nur nachhaltige Gesundheitsschäden für die Bürger durch Infraschall, der nachgewiesen schleichend zu verschiedenen Erkrankungen führen kann. Auch für Natur- und Artenschutz sowie für den Tourismus sieht er durch die Planungen in der Nachbargemeinde zahlreiche Nachteile für die Wittgensteiner Ortschaft und deren Umfeld. Für Schneider ist es „nicht nachvollziehbar, warum die Nachbargemeinde Bromskirchen mit unablässiger Vehemenz die K-Fläche West als ihr zweites regionales Vorrangebiet verwirklichen will, zudem die offenkundige mehrheitliche Ablehnung dieses Vorhabens durch die Wunderthäuser Bevölkerung mehrfach deutlich geworden ist.“