„Manege frei!“ für 66 Nachwuchs-Artisten

Sensationell: Drei bezaubernde Elfen verwandeln das Zelt mit ihren Tauben in einen Zauberwald.
Sensationell: Drei bezaubernde Elfen verwandeln das Zelt mit ihren Tauben in einen Zauberwald.
Foto: Anna-Lina Müller
Was wir bereits wissen
Zirkus-Vorstellung an der Grundschule Feudingen: Eltern und Großeltern staunen über ganz neue Talente ihrer Kinder und Enkel. Mit viel Mut hatten die sich auf ihren großen Auftritt vorbereitet.

Feudingen..  Die Lichter im Zelt erlöschen, die Spannung bei Eltern und Großeltern steigt. Bis es endlich heißt: „Manege frei!“ 66 junge Artisten stürmen das Zirkuszelt und nehmen souverän die Rolle von Fakir, Trapezkünstlerin oder Akrobatin ein. Dass es sich bei den Zirkusartisten um die Feudinger Grundschüler und nicht um echte Profis handelt, hätte niemand ahnen können. Auch von der Aufregung der Akteure war kaum etwas zu spüren. „Wir hatten echt Angst, dass unsere Pyramide einkracht“, gab Ina zu, eine der Akrobatinnen. Diese Angst war jedoch vollkommen unbegründet – und die Mädels erlaubten sich noch nicht einmal einen Wackler.

Mitmach-Zirkus macht’s möglich

In der letzten Woche verwandelte sich der Schulhof der Grundschule Feudingen im Rahmen einer etwas anderen Projektwoche in einen gigantischen Mitmach-Zirkus mit echtem Zelt, Wohnwagen, Tieren und allem was dazugehört. Somit standen nicht nur die Grundschüler, sondern auch der ganze Schulalltag vollständig auf dem Kopf.

Jeden Tag hieß es für die Kinder: Raus aus den Klassenzimmern, rein in die Manege – und üben mit der Familie Ortmann vom „Circus for Kids“. Dass es dabei vor allem um Disziplin und Konzentration geht, haben die Kinder im Laufe der Woche gelernt. Für alle Schüler standen täglich mehrere Stunden hartes Training auf dem Stundenplan. Der Spaß blieb selbstverständlich auch nicht auf der Strecke. „Schon schade, dass es jetzt vorbei ist“, bedauert Ina. Dass es das harte Training aber absolut wert war, bewiesen die Feudinger Jungen und Mädchen bei ihren beiden Vorstellungen am Ende der Woche.

Spektakuläre Pyramiden gebaut

Eltern, Freunde und Verwandte waren gekommen, um die neu entdeckten Talente ihrer Liebsten zu bewundern. Dabei blieb dem ein oder anderen einige Male die Luft weg. Bereits bei der ersten Show der kleinen Akrobatinnen konnten die Besucher ihren Augen kaum trauen. Ohne auch nur einen Moment zu zögern, ließen sich die Mädchen in die Luft schleudern und bauten spektakuläre Pyramiden. Nicht weniger spektakulär ging es mit den „Elfen aus dem Zauberwald“ weiter, die eine zauberhafte Taubenshow zu bieten hatten und die Tiere dabei voll unter ihrer Kontrolle standen. Da in einem Zirkus ohne Clowns einfach etwas fehlt, sorgten auch fünf Feudinger Schüler mit ihren roten Nasen für reichlich Lacher im Publikum. Die „Tempo-Jongleure“ bewiesen eine große Portion Geschicklichkeit und verliehen ihrer Show mit leuchtenden Bällen eine ganz besondere Note.

Jung-Fakire ohne Angst

Nicht nur die Clowns brachten das Zelt zum Lachen, auch die Trampolin-Show der „Sieben Zwerge“ brachte eine Menge Spaß mit. Nach der Pause, in der sich die Zuschauer mit Snacks und Getränken versorgen konnten, ging es mit der Tierdressur weiter. Auch wenn es keine Löwen waren, mussten die jungen Dompteure dafür sorgen, dass Ponys und Ziegen wie geplant ihre Show abliefern.

In Staunen versetzten die Besucher vor allem die mutigen Fakire, denen weder Feuer noch Nägel etwas anhaben konnten. „Das war schon gefährlich, weil man sich schnell einmal verbrennen kann“, erzählt Fabian. „Aber Angst hatten wir keine.“ Begleitet wurde ihre Show von vier bezaubernden indischen Tänzerinnen, die ihre Hüften kreisen ließen wie die Großen. Auch vor dem Feuerschlucken schreckten die Jungs nicht zurück. Nicht weniger männlich waren die „Alten Akrobaten“, die vor dem Publikum mehrmals ihre Muskeln zur Schau stellten und ähnlich wie ihre weiblichen Vorgängerinnen großartige Kunststücke zum Besten gaben. Auch der traditionelle Flohzirkus war mit im Programm und brachte Eltern, Freunde und Großeltern zu Schmunzeln.

Wie es so oft heißt, kommt das Beste zum Schluss. In diesem Fall war es vor allem das spektakulärste und gefährlichste: Sechs junge Trapez-Künstlerinnen zeigten, was es heißt, Körperspannung zu bewahren – und ließen sich mit dem Trapez bis unter die Zeltkuppel heben. Diese Körperspannung haben viele der Artistinnen nicht zuletzt dem Feudinger Turnverein zu verdanken, in dem einige der Mädchen als Turnerinnen aktiv sind. Zwischen dem Artisten der Zirkustruppe und den Mädchen herrschte so ein Vertrauen und eine Sicherheit, dass ein Absturz nahezu unmöglich war. Sie schwebten mit Leichtigkeit hoch über den Zuschauer-Reihen und schwangen hin und her.

Mit diesem Auftritt rundeten die Grundschüler die letzte von insgesamt zwei großen Vorführungen ab, bei denen alles glatt über die Bühne ging.