Löschfahrzeug in Rekordzeit aus Berlin geholt

FDiese Kameraden mit Bürgermeister Bernd Fuhrmann und Reiner Schilling waren an der Ersatzbeschaffung beteiligt.
FDiese Kameraden mit Bürgermeister Bernd Fuhrmann und Reiner Schilling waren an der Ersatzbeschaffung beteiligt.
Foto: WP

Aue-Wingeshausen..  Noch vor wenigen Tagen konnte niemand ahnen, dass der turnusmäßigen Jahresdienstversammlung des Löschzugs 6 ein wichtiger Tagesordnungspunkt vorgeschaltet werden durfte – die außerplanmäßige Übergabe eines LF 16-TS. Das Vorgängerfahrzeug war im November definitiv ausgefallen und konnte auch nicht mehr instand gesetzt werden.

Laut Löschzugführer Matthias Jäckel haben seine Feuerwehrkameraden das Ersatzfahrzeug im Internet entdeckt und zwar bei einem Anbieter in Berlin. Eingesetzt war es bislang aber bei der Berufsfeuerwehr in Lübeck. „Schnell, effizient und unbürokratisch“, so brachte Wehrführer Reiner Schilling das entschlossene Handeln von Feuerwehr und Stadt auf den Punkt.

Besseres Fahrverhalten

Das neue Löschgruppenfahrzeug habe ein deutlich besseres Fahrverhalten als das alte, hob der Stadtbrandinspektor hervor. Lobende Worte fand am Samstagabend auch Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann, der das Gefährt als verspätetes Geschenk zum 80-jährigen Jubiläum“ bezeichnete. Gleichzeitig lobte er die aktuelle Einsatzstärke des Zugs Aue-Wingeshausen. 40 aktiven Feuerwehrmännern stehen 21 Heranwachsende in der Jugendwehr gegenüber. Einer der Höhepunkte der Generalversammlung war die Auszeichnung von Kameraden, die im abgelaufenen Jahr erfolgreich an Weiterbildungen teilgenommen haben. Mit Lukas Bodenmüller und Hendrik Schmidt konnte Reiner Schilling gleich zwei Kräfte zu Feuerwehrmännern ernennen. Gewohnt umfangreich und detailliert fiel der Jahresrückblick aus. „Der Löschzug 6 wurde im Jahr 2014 zu insgesamt 13 Einsätzen alarmiert“, hatte Volker Strack errechnet. Darunter waren ein Kaminbrand, ein Kellerbrand, und außerdem musste eine im Vollbrand stehende Jagdhütte zwischen Aue und Röspe gelöscht werden.

Die Einsätze beschränkten sich längst nicht nur auf Wittgenstein. Der erste überregionale Einsatz musste am 10. Juni in Essen gemeistert werden. Hier galt es, Sturmschäden zu beseitigen und auf öffentlichen Verkehrswegen Gefahrenstellen abzusichern. Bereits acht Tage später, so Volker Strack weiter, musste der Zug erneut wegen Sturmschäden ausrücken, dieses Mal ging es nach Mülheim an der Ruhr.

Dachstuhlbrand

Alles abverlangt wurden dem Team um Matthias Jäckel auch beim Dachstuhlbrand Ende Juli am Kapplerstein. Auch vom Dachfirst aus musste der Brand bekämpft werden. Noch am gleichen Tag musste erneut überörtlich eingegriffen werden – und zwar in Münster, wo nach starken Regenfällen mehrere vollgelaufene Keller leergepumpt werden mussten. Erst am nächsten Tag ging es wieder zurück an die Wester.

Die hohe Einsatzbereitschaft kann Löschzugführer Matthias Jäckel auch in zwei Zahlen ausdrücken. Seine Kameraden haben im vergangenen Jahr 1200 Einsatzstunden abgeleistet, das entspricht 30 Stunden pro Person. Dabei handelt es sich nur um Einsätze. Übungsabende oder Fortbildungen müssten noch hinzu addiert werden.