Linke klagen Gesundheitsgefahr im Berliner Viertel an

Georg Sunke, Dr. Holger Finkernagel und Klaus Peter Thielen (von links) bei der Vollversammlung der Linken.
Georg Sunke, Dr. Holger Finkernagel und Klaus Peter Thielen (von links) bei der Vollversammlung der Linken.
Foto: WP

Bad Berleburg..  „Drei Sitze in Bad Berleburg und jeweils einen Sitz in Bad Laasphe und Erndtebrück“, so lautet die Zielplanung von Dr. Holger Finkernagel mit Blick auf die nächsten Kommunalwahlen. Bis dahin möchte der Ortsverband „Die Linke im Altkreis Wittgenstein“ einiges in die Wege leiten und vor allem mit Arbeitskreisen für Transparenz sorgen.

Das war Tenor auf der Vollversammlung am Dienstagabend im Gasthof Gunsetal, zu der das Vorstandsteam mehr Interessierte begrüßen konnte als erwartet. Zu den Punkten, die dem Ortsverband unter den Nägeln brennen, gehört der Zustand im Übergangswohnheim am Spielacker. „Die dort untergebrachten Leute haben weniger Platz zur Verfügung als Strafgefangene“, ärgerte sich Ulrike Finkernagel, die die Einrichtung aus ihrer beruflichen Tätigkeit sehr gut kennt. Weiter moniert sie dei Arbeitsbedingungen: „Es gibt Beschwerden, von der Security und von den Sozialarbeitern, zudem ist das Essen eine Schande.“

Hoher Geldfluss

Von einen konkreten Fall berichtet ihr Ehemann. Es ging um eine schwangere Frau, die gegen Mitternacht eine Kopfschmerztablette erbat. Bei einer spontanen Untersuchung stellte Dr. Finkernagel einen Blutdruck von über 200 fest. Wären keine medizinischen Maßnahmen eingeleitet worden, wäre die Frau am nächsten Morgen tot gewesen.

Noch etwas ärgert die Finkernagels und ihre Mitstreiter: Das Asylbewerberheim sei im Prinzip eine Art Wirtschaftsmotor, mit einem monatlichen hohen Geldfluss. Nicht nachvollziehen kann Ulrike Finkernagel, dass der Betreiber DRK jetzt noch einen Getränke- und einen Süßigkeitenautomaten aufgestellt hat. „Hier sollen den Flüchtlingen noch die letzten Cent aus der Tasche gezogen werden“, so ihre Einschätzung. Auch die Entlohnung wird kritisiert. Die Angestellten sollen nämlich nur nach dem niedrigen Gaststättentarif bezahlt werden.

Die Hochhäuser sind ein Dorn im Auge

Dem Ortsverband ein Dorn im Auge sind die Hochhäuser im Berliner Viertel. Auch diese Unterkünfte kennt Dr. Holger Finkernagel aus seiner Tätigkeit als Allgemeinmediziner. Er hat hier nicht nur unangenehmen Geruch wahr genommen, sondern auch Pilzbefall. Da setzte auch Parteikollege Klaus-Peter Thielen an, der jetzt im Rahmen eines Arbeitskreises Informationen über die Häuser, die Bewohner und deren soziale Situation einholen wird. Untersucht werden sollen aber generell die Rentenentwicklung und die Mietspiegel in den Wittgensteiner Kommunen. Auch die Problematik mit den Hartz-IV-Aufstockern soll analysiert werden.

In der Vollversammlung war auch eine stattliche Anzahl aus dem Bereich Siegen. Peter Schulte ist Sprecher für Die Linke im Kreis. Er rät den Mitgliedern im Wittgensteiner Ortsverband in Sachen Übergangswohnheim und Hochhäuser, zuerst Informationen einzuholen, um so Gerüchte auszuschließen. So sieht das auch Klaus Peter Thielen, der von den Zuständen Fotos machen möchte, um die dann Bürgern zukommen zu lassen. So soll die notwendige Öffentlichkeit hergestellt werden. Eines machte er in Sachen Sanierungsarbeiten aber auch deutlich: „Verputzen und streichen, das können wir nicht.“