Legitime Erben der Liverpooler Pilzköpfe kommen aus Siegen

Die Beatles-Tributeband „The Peteles“ nahm die wenigen Zuhörer im Haus des Gastes mit auf eine Zeitreise in die Sechziger.
Die Beatles-Tributeband „The Peteles“ nahm die wenigen Zuhörer im Haus des Gastes mit auf eine Zeitreise in die Sechziger.
Foto: Wolfgang Thiel
Was wir bereits wissen
Die Beatles-Tributeband „The Peteles“ spielte ein sehr eindrucksvolles Konzert in Bad Laasphe. Leider vor seinem sehr kleinen Publikum.

Bad Laasphe/ Siegen.. Eine Coverband macht vor allem dann Sinn, wenn das Original nirgendwo mehr live zu sehen ist. Bei den Beatles ist das der Fall. Und wer dann auch noch Verehrung mit gutem Musikhandwerk verbindet, der kann den legendären Songs der Liverpooler Pilzköpfe gerecht werden.

Dennoch: Nur weil man „She loves you“ oder „Twist and shout“ im Sound der Sixties erklingen lässt, heißt das noch lange nicht, dass man dem Erbe der vier Pilzköpfe damit einem Gefallen tut. „The Peteles“ zeigten am Samstagabend im Haus des Gastes jedoch, wie ein derartiger Spagat zu schaffen ist.

Publikum glänzt durch Abwesenheit

Diesbezügliche Zweifel erstickten Peter Seel (Rhythmus-Gitarre), Armin Seibert (Lead-Gitarre), Marco Orthen (Bass) und Tino Moskopp (Drums) gleich in den ersten Minuten ihres Auftritts, zu dem TKS, Kulturring und das Internationale Radiomuseum Hans Necker eingeladen hatten, im Ansatz. Doch trotz dieser positiven Vorgaben zeigte sich wieder einmal, dass Bad Laasphe kein gutes Pflaster für Live-Musik ist. Das Publikum – so es denn eins gibt – glänzt durch Abwesenheit. Diese bittere Erfahrung musste am Samstag auch Mitveranstalter Hans Necker machen. Lediglich 53 Zuhörer hatten sich zu dem Peteles-Konzert eingefunden. Der in der Lahnstadt seit Langem zu beobachtende Trend hält also an.

Enttäuschter Hans Necker

Bad Laasphes Radiomuseumschef war jedenfalls ziemlich enttäuscht, was ihm ja auch niemand verdenken kann. Alle Welt jammert über fehlende Live-Musik, und wenn dann einmal etwas läuft, geht kaum jemand hin. Bis eines Tages gar nichts mehr geht.

Die aus dem Siegerland kommenden Beatles-Verehrer haben sich nicht nur mit Leib und Seele, Haut und Haaren den Songs der großen Vier aus Liverpool verschrieben, sie haben auch musikalisch einiges zu bieten und ließen im großen Saal beste Club-Atmosphäre entstehen. Dabei zeigte sich, dass das plumpe Herunterleiern des genialen Ausgangsmaterials nicht die Sache der Jungs um Bandchef „Pete“ Seel ist. Vielmehr schafft es ihre Musik, auch bei U2- und Eric Clapton-Titeln mit viel rockender Energie zu punkten. Und die Show funktioniert: Ringos Kopfnicken beim Schlagzeugspielen, das musikalische Feeling von George, Pauls Bubengrinsen, Johns kehlig-nasaler Liverpool-Slang – wow!

Die musikalische Zeitreise von „I want to hold your hand (1963)“ bis „Get back (1969)“ absolvierten die Gäste aus Siegerland und Westerwald mit erstaunlicher Genauigkeit, der Sound passte einfach. Spätestens bei „Sergeant Peppers Lonely Hearts Club Band (1967)“ merkte auch der letzte Skeptiker: Dies ist kein normales Konzert, dies ist unterhaltsamer Geschichtsunterricht. Natürlich durften auch absolute Klassiker wie „Help!“ und „Hey Jude“ nicht fehlen.

Zeitlos schöne Musik

Bei „Let it be“ bewies die Band, welche zeitlose Schönheit dieser Titel auch heute noch ausstrahlt, obwohl man das Lied in allen möglichen Variationen immer wieder zu hören bekommt. Spontan, energiegeladen und unverfälscht – in der Lahnstadt machte die Beatles-Tributeband deutlich, dass die Musik der Fab Four auch heute noch einen hohen Stellenwert besitzt und die Zuhörer mitreißt. Sogar generationenübergreifend, erkennbar an den unterschiedlichen Altersgruppen im Haus des Gastes. „Es ist wie in den Sechzigern, als John, Paul, George und Ringo ihren Siegeszug um die Welt antraten!“, so eine Besucherin aus dem Raum Dillenburg, die in der Blütezeit von Paul, John, Ringo und George ihr schmales Taschengeld in Beatles-Platten investiert hatte.