Leere Lager
12.02.2010 | 03:00 Uhr 2010-02-12T03:00:00+0100Es rieselt und rieselt. Allmorgendlicher erster Blick aus dem Fenster: Wie sieht es auf den Straßen aus? Was überhaupt nicht mehr rieselt, ist das Streusalz. Absolute Ebbe.
Gähnende Leere in den Bauhof-Lagern der Kommunen, als auch in den Regalen der Baumärkte. Nur noch vereinzelt begegnet dem Autofahrer der Streuwagen - und wenn, dann häufig nur als Schneeschieber.
Kaum Nachschub
Auch im privaten Bereich für Haus, Hof und Gehweg gehen die Vorräte zur Neige. Nachschub nicht in Sicht. Karl Sesulka vom Hagebaumarkt in Berleburg: „Ich kann Ihnen höchstens Granulat anbieten.” Die Streusalzbestellung ist raus, aber eine Zusage liegt nicht vor. Im Westmarkt Laasphe („Wir haben gar nichts mehr.”) sieht es ähnlich aus: Bestellt worden ist, „aber wann das kommt ...”, stöhnt die Angestellte. Die Raiffeisengenossenschaft Wittgenstein in Erndtebrück übt sich zumindest noch in optimistischer Hoffnung: „Vielleicht erhalten wir in der nächsten Woche eine Lieferung.”
Am Limit
Auch die Bauhöfe sind am Limit bzw. sitzen auf dem Trockenen. Jens Blecher, Leiter des Baubetriebshofes Bad Berleburg: „Die Lage hat sich nicht verbessert. Wir haben nur noch kleine Mengen an Streusalz.” Und damit wird äußerst sparsam umgegangen. Wichtige Steilstrecken, und auch dort nur die Kreuzungsbreiche, können bedient werden.
Björn Fuhrmann, Leiter des technischen Bauamtes Erndtebrück: „Wir haben unseren Lieferanten angeschrieben, aber noch keine Antwort erhalten.” Lagerbestand gleich Null. Am kommenden Samstag soll Bad Laasphe sein Quantum Streusalz bekommen; aber Beigeordneter Dieter Kasper sieht sich dabei nicht auf der sicheren Seite: „Eine Bestätigung ist bis heute noch nicht eingetroffen.”
Für zwei, drei Tage
Einzig die Regionalniederlassung Straßen.NRW mit Sitz in Siegen verfügt über Streusalz. Karl-Josef Fischer gestern: „Aber es stehen noch große Bestellmengen aus, die wir bereits im Sommer geordert haben.” 750 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen haben die Männer von Straßen.NRW im Kreis Siegen-Wittgenstein winterdienstlich täglich vor der Brust. Zur Zeit sind in der Region in acht Meistereien noch 1700 Tonnen Salz gebunkert. Das reicht allerdings in der Regel mal gerade für zwei bis drei Tage.
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