Lange leben – aber nur nicht alt werden

Bürgermeister Karl Ludwig Völkel, Tanja Baldus, Gabriele Rahrbach-Reinhold und Thomas Dörr (Diakonie) vor einem der ausgestellten Fotos (v.l.).
Bürgermeister Karl Ludwig Völkel, Tanja Baldus, Gabriele Rahrbach-Reinhold und Thomas Dörr (Diakonie) vor einem der ausgestellten Fotos (v.l.).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Fotoausstellung „Von 0 auf 100 in elf Leben“ setzt sich mit verschiedenen Lebensläufen auseinander. Zu sehen ist sie ab sofort im Erndtebrücker Rathaus.

Erndtebrück..  Thomas Dörr möchte das Thema „nicht an den Rand stellen, sondern in den Mittelpunkt bringen“. Da kommt die ungewöhnliche Ausstellung des Magazins GEO mit dem Titel „Von 0 auf 100 in elf Leben“ wohl genau richtig.

Unterschiedliche Lebensläufe

Vorgestellt werden aktuell in der 1. Etage des Erndtebrücker Rathauses elf unterschiedliche Lebensläufe von Menschen, die im Jahr 2012 einen runden Geburtstag gefeiert haben. Ansonsten fiel die Auswahl der Protagonisten wohl eher zufällig aus. Alle Personen vom Baby bis zum Greis wurden dann von dem Fotografen Olaf Martens bildlich festgehalten. Und die Werke, die dabei entstanden sind, haben bereits an den unterschiedlichsten Orten für Furore gesorgt. „Die Bilder suggerieren eine Tiefe“, hat Mitorganisatorin Gabriele Rahrbach-Reinhold ausgemacht – schließlich hat Fotograf Martens seine Frauen und Männer mit einer 65 Megapixel starken Kamera abgelichtet.

Da seine Objekte nicht nur inszeniert, sondern auch noch nachträglich bearbeitet wurden, sei der Betrachter in der Lage, immer wieder neue Einzelheiten in den Werken zu erkennen, erklärt Rahrbach-Reinhold. Sie hatte die komplette GEO-Ausstellung nach einer entsprechenden Empfehlung gemeinsam mit Hospiz-Koordinatorin Tanja Baldus an die Eder geholt.

Im Sinne des Bürgermeisters

Das war auch ganz im Sinne von Bürgermeister Karl Ludwig Völkel, der sich auf der Vernissage erfreut darüber zeigte, dass es den Machern gelungen sei, die unterschiedlichen Lebensläufe in Abständen von jeweils zehn Jahren eindrucksvoll darzustellen. Martens’ außergewöhnliche Fotos sollen den Besuchern auch Hilfestellung bei einer der wohl wichtigsten Fragen leisten: Was macht eigentlich das Leben des Menschen aus? Und was zählt eigentlich am Ende des eigenen Lebens? Ob alle Besucher am Mittwochabend diese Frage für sich klären konnten, ist unklar.

Fakt ist allerdings, dass das Thema des Alterns immer mehr in den Fokus rücken wird. Laut Thomas Dörr, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Wittgenstein, haben die Menschen in den vergangenen 150 Jahren rund 40 bis 60 Lebensjahre hinzu gewonnen.

Dörr möchte aber nicht nur das Alter entdecken. Er sich auch die Unterstützung im Alter als Teil dieser Lebensphase an. „Wir wollen alle eine lange Lebensreise machen, aber wir wollen nicht im Alter ankommen“, zitiert Gaby Rahrbach-Reinhold leicht abgewandelt einen Kernsatz aus dem GEO-Artikel. Die Fotos sind übrigens noch um Texte von Hanne Tügel ergänzt. Sie hat die Hauptpersonen auf den Bildern interviewt.

Für die 100-jährige Zeitspanne eines Lebens fand Gabriele Rahrbach-Reinhold übrigens noch eine andere Umschreibung: „Vom Kinderwagen bis zum Rollator.“