Laaspher Verhältnisse

Die Bad Laaspher CDU zeigt Auflösungserscheinungen. Schon wieder - möchte ich hinzufügen. Was ist da eigentlich los? Sind das Laaspher Verhältnisse?


Fast jedes Jahr geht der Union ein Ratsmitglied verloren. 2013 verließ Michael Giermeier die Partei und den Rat. 2014 folgte der Austritt von Karl-Heinz Lehmann aus der Fraktion und jetzt - 2015 - ist es Erich Horchler, der sein Parteibuch zurückgibt und der Ratsfraktion den Rücken kehrt. Doch diese drei Christdemokraten sind in bester Gesellschaft: Bereits 2009 verließen die Birgit Becker und Christa Schmelzer die CDU und 2008 hatte der inzwischen vor der Kommunalwahl 2014 wieder eingetretene Martin Achatzi sozusagen unbezahlten Urlaub von Partei und Ratsarbeit genommen.


Allerdings lassen sich diese Personalien nicht ganz vergleichen. Bei Giermeier, Schmelzer, Becker und Achatzi waren es eindeutig politische Fragen rund um die umstrittene Ortsumgehungsplanung V7, das bis heute diskutierte Einzelhandelskonzept und das Nahversorgungszentrum in der Stockwiese, die zu offenen Meinungsverschiedenheiten, zu persönlichen Verletzungen und zum Bruch führten.


Bei Karl-Heinz Lehmann und Erich Horchler liegt der Fall augenscheinlich anders. Lehmann wurde im internen Verteilungskampf um Posten geopfert, nachdem der in der Kommunalwahl unterlegene Spitzenkandidat Günter Wagner zumindest mit einer angemessene Führungsposition in der Union für sein Engagement belohnt werden sollte. Erich Horchler geriet in die Schusslinie, weil er als einziger CDU-Mann im Vorstand der Energiegenossenschaft saß. Dummerweise ist diese Genossenschaft aber Spielball in den politischen Kämpfen gegen Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann. Hier wird der Hebel angesetzt, um beim Thema alternative Energien oder dem Pilotprojekt KWK-Modellkommune zu kritteln. Wer hier angreift, trifft aber immer auch Horchler. So gesehen, ist der Feudinger von seinen Parteifreunden ebenfalls geopfert worden. Politik ist ein schmutziges Spiel und einige Menschen nur Schachfiguren.


Wer jetzt aber glaubt, dass dies nur die CDU betrifft, der braucht nur in den Reihen der Ratsfraktionen rauf und runter zu schauen: 2004 spaltete sich die SPD. Nur mühsam gelang es, diese Risse zu kitten. Erst 2014 verschwand das SPD-Spaltprodukt FWG endgültig aus dem Rat. Im gleichen Jahr traten aber mit Günter Rothenpieler und Friedhelm Becker zwei langjährige Genossen aus der Partei. Und in 2013 verließ Dr. Paul Friedrich Metz FDP um in die CDU einzutreten. Das scheinen tatsächlich Laaspher Verhältnisse zu sein.