Kürzungen schrecken die Initiatoren nicht

Trotz Kürzung der NRW-Fördergelder aus Düsseldorf sind die Initiatoren zuversichtlich: Das Projekt für seniorengrechtes Wohnen in der Alexander-Mack-Schule kann Realität werden.
Trotz Kürzung der NRW-Fördergelder aus Düsseldorf sind die Initiatoren zuversichtlich: Das Projekt für seniorengrechtes Wohnen in der Alexander-Mack-Schule kann Realität werden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für seniorengerechtes Wohnen in der alten Alexander-Mack-Schule fließt weniger Fördergeld vom Land. Weil es aber Kaufinteressenten gibt, läuft das Projekt in Schwarzenau weiter.

Schwarzenau..  Ein Dorfcafé als Nachbarschaftstreffpunkt für alle, dazu neun seniorengerechte Wohnungen plus Betreuung im Hause – das Konzept für den Umbau der Alexander-Mack-Schule hört sich gut an. So gut, dass es nach Informationen unserer Zeitung inzwischen für mehr als die Hälfte der Wohnungen Kauf-Interessenten gibt. Allerdings müssen die Initiatoren jetzt mit weniger Fördergeldern vom Land NRW auskommen.

Denn statt der 259 000 Euro, welche die Stadt Bad Berleburg als Eigentümer der Immobilie beantragt hatte, wurden aus Düsseldorf nur 117 000 Euro für das Projekt bewilligt. Offenbar sei da auch ein Gemeinschaftsraum im Untergeschoss herausgefallen, vermutet Schwar­zenaus Ortsvorsteher Bodo Hüster. Dieser Raum war in den Plänen für Aktivitäten vorgesehen, um Bewohnern „Tagesstruktur“ zu geben.

Denkbar sei nun, so Hüster, in diesem Bereich noch eine zehnte Wohnung einzurichten – und ebenfalls zu vermarkten. So ließe sich die Zuschuss-Kürzung finanziell wieder auffangen. Bis zum Ende des Monats, schätzt der Ortsvorsteher, werde „die Phase der Überplanung“ noch dauern. Danach werde man alle Interessenten anschreiben und ihnen die neuen Pläne vorstellen.

Käufer sollen nicht belastet werden

Unter den Interessenten sind nach Information unserer Zeitung viele, die für das Wohnen plus Begegnung oder Betreuung nach Schwarzenauer Konzept ihre bisherige Immobilie verkaufen wollen. Da ist aber zum Beispiel auch der Vater, dessen Sohn in einer Behinderten-Werkstatt der Umgebung arbeiten und in der alten Schule wohnen könnte.

Hüster spricht von mehr als zehn Interessenten. Ihnen sollen die Wohnungen zwischen 26 und fast 67 Quadratmetern trotz der Fördergeld-Kürzung nach wie vor für einen Preis von rund 1800 Euro pro Quadratmeter angeboten werden – deutlich günstiger als etwa in der Kernstadt. Der Preis für eine der durchweg barrierefreien Wohnungen, in der 1. Etage per Aufzug erreichbar, würden sich also zwischen 46 800 und 120 600 Euro bewegen. Die Gesamt-Umbaukosten für die alte Schule veranschlagen die Initiatoren derzeit auf rund 925 000 Euro.

Man könnte besagten Raum im Untergeschoss aber auch vorläufig unausgebaut lassen, sagt Architekt Hans-Georg Seifert aus Erndtebrück – und sich auf die Vermarktung der geplanten neun Wohnungen konzentrieren. Wird das gelingen? Seifert ist davon überzeugt, spricht von mindestens sechs bis sieben ernsthaft interessierten Käufern. Er regt an, diese Interessenten bereits jetzt an einen Tisch zu bringen – als Grundstock einer künftigen Eigentümer-Gemeinschaft. Das biete für die weiteren Planungen eine gute Chance, bei der Ausgestaltung der Wohnungen flexibel auf besondere Wünsche einzugehen. In gewisser Weise seien die Grundrisse jedenfalls noch variabel.

Tagesbetreuung im Dorfcafé

Das übrige Raumprogramm würde sich unterdessen nicht wesentlich verändern. Anstelle des Raums im Untergeschoss könne natürlich auch das Dorfcafé im Erdgeschoss, das sich auch hin zur Freifläche vor der Schule orientiert, der Tagesbetreuung dienen, meint Thomas Dörr vom Diakonischen Werk. Und von der angegliederten Küche aus könne nach wie vor die Versorgung der Senioren sichergestellt werden – idealerweise in Form einer Teilstation für das Eder- und Elsofftal mit 24-Stunden-Betreuung.

Die verringerte Landesförderung habe habe das Projekt „zurückgeworfen“, bedauert Dörr. Aber nicht so sehr, dass man jetzt nicht noch anders kalkulieren könne. Die Vermarktung einer zehnten Wohnung sei da denkbar. Das Initiatoren-Team werde außerdem prüfen, so Dörr, ob da nicht noch Geld aus ganz anderen Fördertöpfen locker zu machen ist.