Kritik an Gesetzgeber – Aus für Vereine prognostiziert

Niederlaasphe..  Dicke Luft während der Jahreshauptversammlung des Vereins für Kultur- und Heimatpflege. Verantwortlich dafür „die da oben“, die es sich nach Meinung der Mitglieder zur Aufgabe gemacht haben, Leute für ihr Engagement zu bestrafen. „In Sonntagsreden wird von Politikern regelmäßig das Hohelied auf die ehrenamtlich Tätigen gesungen, um uns kurz danach jedoch mithilfe einer ausufernden Bürokratie dicke Knüppel zwischen die Beine zu werfen“, so ein frustrierter 2. Vorsitzender Jürgen Schreiber.

Wachsende Verantwortung

Der Verein ist die am häufigsten vertretene Rechtsform des Engagements und vor allem im lokalen Raum wirksam. Dort werden Probleme immer im engen Zusammenhang mit eigenen konkreten Erfahrungen wahrgenommen und entsprechende Motive für Engagement gebildet.

Immer mehr Vereine haben heute jedoch große Schwierigkeiten bei der Besetzung ehrenamtlicher Vorstandsämter. Die Gründe liegen neben der demografischen Entwicklung unter anderem in der stetig wachsenden Verantwortungsbürde, dem großen Arbeitsaufwand und dem hohen Haftungsrisiko. Dabei glauben viele ehrenamtliche Vorstandsmitglieder noch immer, nicht privat zu haften. Sie gehen davon aus, geschützt zu sein, weil sie alles nur für den Verein und zudem ehrenamtlich tun. Seit Einführung des § 31a bzw. 31B hat sich dabei das Risiko sogar noch erhöht.

„Ehrenamtliche Vorstandsmitglieder haben die Verantwortung für die ordnungsgemäße Leitung und Führung ihres Vereins und sind, wie hauptberufliche Vorstandsmitglieder auch, persönlichen Haftungsrisiken ausgesetzt“, macht der 1. Vorsitzende Christoph Limper jedoch deutlich. Er wagt die Prognose, dass es unter diesen Voraussetzungen in Zukunft keine Vereine mehr geben wird.

Höhepunkte des Vereinslebens waren im vergangenen Jahr neben der Teilnahme an der 725-Jahrfeier der Nachbarkommune Wallau mit eigenem Motivwagen der „Grenzgang 2014“, der vom Heimatverein, der Burschenschaft, dem Turn- und Sportverein sowie dem Frauenchor ausgerichtet wurde.

Dank für Engagement

Seinen Dank sprach der Chef der Dachorganisation der Niederlaaspher Vereine all jenen aus, die sich wieder für den Heimatverein zur Verfügung gestellt hätten, sei es bei den Wartungsarbeiten der Dorfrufanlage, der Vermietung der Schutzhütte oder der Präsentation des Industriemuseums Trafostation. Nicht vergessen dürfe man auch nicht die Frauen, die zum Osterdorfmarkt leckere Kuchenspezialitäten zur Verfügung stellten, Webmaster Peter Schmidt sowie die Helfer, die sich um die Pflege der Grünanlagen im Dorf und wie Adolf Roth, Hans-Armin Kohlberger und Werner Wick um den Baumschnitt am Obstbaumlehrpfad und Grundschule kümmerten sowie Ortsvorsteherin Waltraud Schäfer, die immer ein offenes Ohr für die Anliegen des Gemeinschaftsvereins habe.

Zufrieden mit Vorstandsarbeit

Dass man mit der Vorstandsarbeit zufrieden ist, zeigten die Mitgliedsvereine bei den Wahlen deutlich und bestätigten Christoph Limper (1. Vorsitzender), Manfred Schäfer (1. Kassierer) und Ingrid Tillmann (1. Schriftführerin) einstimmig in ihren Ämtern.

Neue Kassenprüferin ist Waltraud Wydra. Dem Tätigkeitsbericht von Geschäftsführer Winfried Wagener war zu entnehmen, dass die Schutzhütte 35 Mal gebucht, das Industriemuseum Trafostation an fünf Tagen geöffnet war.