Kreis würde Sammelstelle sofort genehmigen

Geschäftsführer Björn Treude zeigt es: Schadstoffhaltige Abfälle werden bei Treude in einem verschlossenen Container deponiert, der bis zum endgültigen Abtransport als Zwischenlager dient
Geschäftsführer Björn Treude zeigt es: Schadstoffhaltige Abfälle werden bei Treude in einem verschlossenen Container deponiert, der bis zum endgültigen Abtransport als Zwischenlager dient
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Baukosten für ein zentrales Schadstoffabfall-Lager liegen geschätzt bei bis zu 100 000 Euro. Aus Sicht der Entsorger reicht die Kapazität aber jetzt schon aus.

Wittgenstein..  Eine zentrale Sammelstelle für schadstoffhaltigen Abfall allein für die Region Wittgenstein einzurichten, würde laut Kreis Siegen-Wittgenstein je nach Größe „grob geschätzt 80 000 und 100 000 Euro“ kosten – die Folgekosten dabei noch gar nicht berücksichtigt.

So ein Projekt wäre zwar „denkbar“, sagt Christoph Lindenschmidt, in der Geschäftsleitung des Kreuztaler Entsorgers „Umweltservice Lindenschmidt“ für den Vertrieb zuständig – „aber entscheiden müsste das der Kreis Siegen-Wittgenstein“. Die Auflagen dafür seien „enorm“, bestätigt er aus eigener Erfahrung seines Unternehmens. Laut Kreisverwaltung müsste eine solche Anlage „von den Städten und Gemeinden installiert und finanziert werden. Der Kreis würde dies befürworten und als Genehmigungsbehörde positiv begleiten.“

Im Auftrag des Kreises betreibt Lindenschmidt nach eigenen Angaben bereits eine Schadstoff-Sammelstelle in Kreuztal-Krombach, Lohmühle, und ist außerdem mit Schadstoff-Mobilen in Bad Berleburg und Bad Laasphe unterwegs. Allerdings: „Die Menge an schadstoffhaltigem Abfall, die allein von den Wittgen­steiner Bürgern kommt, lohnt sich nicht für eine eigene Sammelstelle“, betont Lindenschmidt. Und weist darauf hin, dass zum Beispiel der Nachbarkreis Olpe überhaupt keine Sammelstelle unterhalte.

In Krombach können laut Lindenschmidt übrigens auch Privatleute aus Wittgenstein das ganze Jahr über ihre Schadstoff-Abfälle abgeben – übrigens kostenfrei wie auch am Schadstoff-Mobil, das aber eben wie berichtet nur an einigen wenigen Terminen pro Jahr in den Ortschaften Station macht. Die Kosten für die Abgabe sind über die übliche Müllgebühr abgedeckt. Willkommen seien darüber hinaus Wittgensteiner Gewerbebetriebe, die aber zahlen müssten, so Lindenschmidt weiter. Der Umweltservice Lindenschmidt holt Schadstoffe auf Anfrage auch in Privathaushalten und Betrieben ab, bittet dann aber in jedem Fall zur Kasse.

Gewerbe zahlt nach Gewicht

Die erwähnten rund 80 000 bis 100 000 Euro würden für eine komplett neue Sammelstelle auf der grünen Wiese gelten. Eine Alternative wäre die Erweiterung bestehender Kapazitäten bei heimischen Entsorgern. Aber: Ist das überhaupt nötig?

„Wir nehmen auf unseren Wertstoff-Höfen in Aue und Bad Laasphe auch Schadstoff-Abfälle an“, betont Björn Treude, Geschäftsführer beim Wittgensteiner Abfuhrbetrieb Treude. Das Unternehmen sei dafür zertifiziert. Allerdings müssen Privatleute wie Gewerbetreibende dafür zahlen – nach Gewicht. Ähnlich läuft das auch bei anderen privaten Entsorgungsfirmen in der Region. Bei Treude landen die gesammelten Mengen aus dem Zwischenlager am Ende zu einem großen Teil übrigens ebenfalls bei Lindenschmidt.

Björn Treude glaubt nicht, das eine neue zentrale Sammelstelle Sinn macht. Für Privatleute sei das Angebot mit dem Schadstoff-Mobil im Grunde ausreichend, findet er – ergänzt um Abgabe-Möglichkeiten für sie wie auch für Gewerbe-Betriebe bei heimischen Privat-Entsorgern. Allerdings könne jeder Bürger, jeder Firmenchef dazu beitragen, dass Schadstoff-Abfall gar nicht erst entstehe, so Treude: durch umweltbewusstes Einkaufen von Waren und Material.