Kraniche manchmal auf Umwegen

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Wittgenstein..  Der 20. Februar gilt alljährlich und im Durchschnitt als der Tag, an dem die Kraniche über Wittgenstein hinweg nach Nordosten ziehen. Doch bereits am 16. Februar diesen Jahres war im WDR-Fernsehen zu sehen und zu hören, dass die ersten Kraniche über Netphen hinweggezogen sind. Und andere Medien sowie Natur- und Vogelfreunde melden seit Tagen intensiven Kranichzug über der Eifel, dem Bergischen Land und Ruhrgebiet. Und was ist mit Wittgenstein? Wurden hier schon Kraniche gesichtet? Passiert jetzt das Gleiche wie im Herbst 2013, als anscheinend die meisten Kraniche das Wittgensteiner Land mieden?

Windkraftanlage mit Einfluss?

Haben etwa doch schon die Windkraftanlagen auf unseren Höhen Einfluss auf die Flugrouten dieser sensiblen Vögel? Fragen über Fragen gerade jetzt im nahenden Frühjahr – weil kaum jemand bisher die „Hoargänse“ gesehen oder gehört hat. Und wenn man auf die rauen Rufe der ziehenden Kraniche im Herbst schon mal verzichten kann, so trifft doch viele Menschen, die sehnsüchtig aufs Frühjahr warten, das Ausbleiben der „Glücksvögel“ und „Frühlingskünder“ besonders hart.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass die Kraniche auf dem Weg in ihre nördlichen Sommerquartiere insbesondere dann, wenn tagelang dichter Nebel oder tief liegende Wolken die Rothaarkämme verschleiern, Wittgenstein schon mal umfliegen, also unser Ländchen „rechts (oder links) liegen lassen“.

Kraniche sind sogenannte Teilzieher und da ist es nicht ungewöhnlich, dass sie ihre Route den gegebenen Witterungsbedingungen, insbesondere der Windstärke und Windrichtung, aber auch der Wolkenhöhe anpassen, aber andererseits auch schon mal bei uns einen ein- oder sogar mehrtägigen Zwischenstopp einlegen.

Doch andererseits bleibt anzumerken, dass hinsichtlich des Einflusses von Windkraftanlagen auf den Kranichzug noch keine gesicherten Erkenntnisse vorzuliegen scheinen. Hoffen wir also weiter auf den Frühling und jene Vögel, die denselben ankündigen.