Konzept: Willkommenskultur

Wittgenstein..  Christian F. Kocherscheidt, Geschäftsführender Gesellschafter der Bad Berleburger EJOT Holding, brachte es am Donnerstagabend auf den Punkt: Die Region braucht „eine Willkommenskultur“, sagte er bei der Abschluss-Veranstaltung zur Bewerbung Wittgensteins um Förderung aus dem LEADER-Programm von NRW und EU. Und das ist nur eines der Ziele, das die Region mit ihrem neu erarbeiteten Konzept erreichen möchte. Die Strategie steht, die Bewerbung kann auf den Weg gebracht werden.

Paten erleichtern den Kontakt

Nur mit einem attraktiven Standort ließen sich auch Fachkräfte gewinnen, die Wittgenstein mit seiner ausgeprägt mittelständischen Firmenstruktur in Zukunft dringend brauche, betont Kocherscheidt – gerne auch mit Standort-Paten.

Genau die sind eines der Projekte, mit dem Wittgenstein im Wettbewerb punkten möchte. Die Paten sollen zum Beispiel zugezogene Fachkräfte etwa „den Kontakt zu Vereinen“ erleichtern, erläutert Kocherscheidt, sie „heimisch machen“. Auch das, so der Unternehmer, sei eine Art Standort-Marketing für Wittgenstein – immerhin Teil Südwestfalens als drittstärkste Wirtschaftsregion in NRW.

Wie Unterstützung für Familien mit Kindern in der Region auch aussehen kann, das zeigten Heike Schüssler vom AWO-Familienzentrum Pusteblume in Bad Berleburg und Martina Holzem (CJD Siegerland-Wittgenstein – im zweiten Interview des Abends mit den beiden Moderatoren, Raumplanerin Vera Lauber und Jens Steinhoff vom Institut für Regionalmanagement.

In speziellen Kursen zum Beispiel schlüpfen Eltern in die Rolle ihres Kindes – und erleben so, wie diese sich im Alltag der Familie fühlen. Eine Erkenntnis, so die beiden Pädagoginnen, die eine Ausgangsbasis für eine gezielte Förderung sein könne – zum Beispiel in sozial schwachen Familien. Oft gelte es aber auch, „die Sprache der Kinder im Alltag zu fördern“ – etwa in Familien mit Migrationshintergrund. In jedem Fall zeige die Erfahrung, so Heike Schüssler: „Unser Programm macht sowohl Kinder als auch Eltern selbstbewusster.“

Eine Region denkt voraus

„Labor Wittgenstein – eine Region denkt voraus“ lautet nun das Motto der Bewerbung. Rund 250 engagierte Bürgerinnen und Bürger haben daran mitgewirkt, so Moderator Jens Steinhoff – mit immerhin rund 100 Projektvorschlägen. Die Ziele dabei sind klar: eine erreichbare Nahversorgung und der Ausbau sozialer Netzwerke vor allem in den Dörfern, eine stärkere Profilierung im Tourismus und eine nachhaltige Energie-Nutzung vor Ort in eigenen Projekten.

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