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Konfi-Unterricht erhält neue Struktur

04.02.2009 | 17:56 Uhr

Elsoff. (wo) KOMET heißt das neue Konfirmanden-Modell, mit dem die Ev. Lukas-Kirchengemeinde im Eder- und Elsofftal auf die sich abzeichnenden veränderten Strukturen im Tagesablauf bei Kindern und Jugendlichen reagieren will.

Die Ev. Kirche in Elsoff steht für ein lebendiges Gemeindeleben zwischen den Generationen. (WR-Archivfoto) Pfarrer Dr. Ralf Kötter, Mitarbeiterin Anke Althaus-Aderhold und Presbyter Kurt Grauel (v.li.) stellten das neue Unterrichts-Modell vor. (WR-Foto: Wolf)

Die Einführung des Ganztagsbetriebes an weiterführenden Schulen, Fahrzeiten und Erledigung von Hausaufgaben - ein 12-Stunden-Tag sei für viele Schülerinnen und Schüler keine Ausnahme mehr, betonte Kurt Grauel, Presbyter und Kirchmeister der Kirchengemeinde. Diese zeitliche Inanspruchnahme gehe einher mit einer einseitig leistungsorientierten Überforderung der Kinder- und Jugendlichen, die langfristig zu erheblichen gesellschaftlichen Problemen führen werde, so Grauel weiter.

Besonders tangiert von dieser Entwicklung sei der kirchliche Unterricht der Siebt- und Achtklässler, der unter diesen Rahmenbedingungen kaum mehr sinnvoll und konzentriert gestaltet werden könne. Deshalb hat sich die Lukas-Kirchengemeinde entschlossen, den Katechumenenunterricht zeitlich vorzuverlegen und ab August bereits für Kinder im dritten Schuljahr durchzuführen. Im 8. Schuljahr besuchen dann alle Jugendlichen den Konfirmandenunterricht, der im darauffolgenden Jahr mit der Konfirmation endet.

Der Lehrplan für das erste Unterrichtsjahr sei auf die Interessen und Fähigkeiten der Kinder dieser Altersstufe ausgerichtet, erläuterte Pfarrer Dr. Ralf Kötter. "Es wird erfahreungsorientiert gearbeitet, spielerische Elemente und die Interaktion werden wesentliche Säulen sein." Belebendes Element sei dabei auch das Singen. Am Ende dieses Unterrichtsjahres erhalten alle Kinder eine Urkunde als Teilnahmebestätigung, die auch bei Umzug rechtswirksam sei, sodass in anderen Gemeinden nicht erneut in der 7. Klasse der Unterricht besucht werden müsse, so Kötter.

Der Konfirmandenunterricht im 8. Schuljahr ende nicht mehr mit der herkömmlichen Prüfung, weil der Unterricht langfristig vom Presbyterium begleitet werde. "Glaube heißt nicht auswendig lernen, Glaube soll emotional, ganzheitlich erfahren werden", betonte Kötter.

Die Zeit zwischen den beiden Unterrichtsjahren soll mit freiwilligen, attraktiven Angeboten innerhalb der Gemeinde gestaltet werden. Dazu gehören die bereits existierende Jungschararbeit, die Kindergottesdienste oder die Theatergruppe. Angedacht sind darüber hinaus der Aufbau eines Kinder- und Jugendchores, Kinderbibelwochen in den Schulferien, Freizeiten sowie die generationsübergreifende Aktivitäten. Je attraktiver diese freiwilligen Angebote gestaltet seien, desto größer sei die Chance einer Einbindung der Kinder in das lebendige Gemeindeleben, so Pfarrer Kötter.

Entscheidend für die Umsetzung dieses Modells sei das große ehrenamtliche Engagement innerhalb der Kirchengemeinde, das bereits jetzt von etwa 30 Mitarbeitenden getragen werde. Darüber hinaus ist Anke Althaus-Aderhold seit August 2008 auf 400-Euro-Basis in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde aktiv. Ihr besonderer Arbeitsschwerpunkt wird in der Begleitung der 14- bis 18-Jährigen liegen.

Das Echo innerhalb der Kirchengemeinde sei positiv, so Pfarrer Kötter. Und auch die Grundschule Elsoff, in der alle Kinder der Lukas-Kirchengemeinde unterrichtet werden, unterstütze dieses Modell, bei dem bereits Kooperationen angedacht seien.

In einer Übergangsphase von vier Jahren wird zusätzlich noch ein Katechumenen-kurs für Siebtklässler angeboten, um den Wechsel zu vollziehen. Ab Sommer 2013 findet der Katechumenenkurs dann ausschließlich für Grundschüler im 3. Schuljahr statt.

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