Koloss zieht vom Ebschloh in die Kaserne

Erndtebrück..  Sie sind das sehende „Organ“ der Luftraumüberwachung – die Radargeräte. Insgesamt gibt es davon in ganz Deutschland 18 militärische Exemplare. Zehn Stück stehen unter Verantwortung des Einsatzführungsbereichs 2. Im Rahmen des Rüstungsprojektes ARED (Aktives Radarrundsuchgerät Einsatzführungsdienst) wurden in den letzten dreieinhalb Jahren sechs in die Jahre gekommene Systeme vom Typ Medium Power Radar (MPR) durch das Großraumradargerät des Typs Groundmaster 406 Fixed (GM406F) ersetzt. Gleichzeitig werden nun, nach und nach die veralteten Reflektoren andernorts – quasi als Anschauungsobjekt – wieder aufgebaut.

Kürzlich hat schließlich das erste der sechs ausgetauschten MPRs seinen neuen Standort bekommen. Nach dem Abtransport von der Erndtebrücker Radargerätestellung auf dem Ebschloh, präsentiert es sich nun gewaltig im Eingangsbereich der Hachenberg-Kaserne.

Der Kreis schließt sich

Mit nur zwei Tagen Zeitaufwand für den reinen Wiederaufbau des Radargerätes war das Team um Oberstabsfeldwebel Peter Jüngst und Hauptfeldwebel Jens-Peter Nipko in Rekordzeit am Ziel ihrer Arbeit angelangt. Unterstützung erhielten die beiden Kameraden beim Aufbau und den Transporten durch Kran- und Lkw-Besatzungen des Logistikbataillons 7 aus Unna und des Logistikbataillons 461 aus Walldürn sowie durch den Zentralen Fahrdienstes des Stabszuges und den Technikern der heimischen Radar-/Funkstellung 240 um den Truppführer, Hauptfeldwebel Martin Iacono. Mit der Neu-Positionierung der alten Antenne in der Hachenberg-Kaserne schließt sich nicht nur der Kreis des Medium Power Radars. Auch die Wege derer, die an der Anlage selbst tätig waren, finden nun an dieser Stelle ihr Ende.

Mit dem Radar aufgewachsen

So ließen es sich Oberstabsfeldwebel Jüngst und Hauptfeldwebel Nipko nicht nehmen an der letzten „Bewegung“, mit größter Begeisterung, an „ihrem Radar“ nochmals selbst Hand anzulegen. Beide haben lange Jahre ihren Dienst in der Radargerätestellung auf dem Ebschloh verrichtet.

„Wir sind quasi damit aufgewachsen“, sagen beide. Umso merkwürdiger fühlt es sich für sie an, das Kapitel MPR nun zu schließen. „25 Jahre sind schon eine ordentliche Zeit“, meint Jüngst.

„Dem Genuss, ein letztes Mal die Hände im Öl und Fett zu haben, hat das aber keinen Abbruch getan“, betont Jens-Peter Nipko, der letzte Geräteführer des MPRs. Im Gegenteil. „Es hat sich gut angefühlt“, kommt das Geständnis mit einem leichten Grinsen auf den Lippen.

Eine letzte Ehre, so könnte man sagen, haben sie dem monumentalen Koloss mit ihrem Einsatz erwiesen. Wirklich verabschieden brauchen sie sich aber zum Glück frühestens, wenn sie selbst den Standort verlassen.