Kollektivbestrafung ist gutes Erziehungsmittel

„Nicht fahrplanmäßig“. Als ich diesen Bericht gelesen habe, stellten sich mir die Nackenhaare auf. Wie so oft in heutiger Zeit wird der Täter zum Opfer und das Opfer zum Täter, so auch hier: In diesem Bericht des Herrn Demtröder haben alle Recht, die noch nie einen Bus mit täglich mehreren Hundert Schülern gefahren haben, außer dem Fahrer, der zum Sündenbock gemacht wird.


Zur Sache: Es sind Schüler weiterführender Schulen, die zum Großteil rauchen, also Feuer bei sich tragen, ein oder zwei Schüler versprühen Deo-Spray, der Nächste ist noch cooler und zündet Feuer an, das weitere Szenario will ich mir gar nicht vorstellen. Heute ist es Deo-Spray. Ist anscheinend ja in Ordnung. Morgen ist es Lackspray. Wird ja auch in Ordnung sein, oder? Dass die Sitze zerschnitten werden, Scheiben verkratzt, Rückenlehnen mit Filzschreiber verschmiert und angeflämmt werden ist alltäglich. Brandsätze im Bus zwischen Bad Laasphe und Feudingen gezündet (VWS Bus), gefüllte Wasserflaschen aus dem Kippfenster im hinteren Teil des Busses in den Verkehr geworfen, (so bei uns geschehen) oder Haltestelle Erndtebrück Bahnhof nach letzter Stunde vor den Sommerferien eingemüllt binnen einer halben Stunde - wie auch auf dem Harfeld am 1. Mai! Dann stellt sich für mich die Frage: Was ist los? Hier ist sicher kein Platz mehr für die Polemik des Herrn Demtröder. Hier muss man die Ursache angehen. Das sind zwar eine Minderheit, aber immerhin Familien, bei denen die Erziehung ihrer Kinder anscheinend fehlgeschlagen ist. Der Typ Eltern, die die Busfahrer angehen, die sich nicht wehren können, steht im Klassenzimmer, wo auch das Lehrpersonal keine Chance mehr zur Beihilfe der Erziehung hat.


Da lobe ich mir die Schule in Feudingen, wo ich schon 36 Jahre Schüler fahre, zum einen kennen wir solche Probleme nicht und wenn, werden diese sachlich zwischen Schule, Elternhaus und uns geklärt. Im Übrigen war eine Kollektivbestrafung auch früher in der Schule schon immer ein gutes Mittel zur gegenseitigen Erziehung.
Eberhard Wied, Wied Transport und Touristik, Feudingen