Knackpunkt oft die Bremsen
20.06.2007 | 09:31 Uhr 2007-06-20T09:31:34+0200Bad Berleburg. (pr) Um Nikolais fahrbaren Untersatz ist es nicht ganz so gut bestellt. Die Bremsflüssigkeit müsste dringend ausgetauscht werden. Bremsscheiben und Bremsbeläge des in die Jahre gekommenen Franzosen haben auch schon bessere Zeiten gesehen.
Wie Nikolai ging es gestern Morgen mehreren Schülern des Berufskollegs Bad Berleburg, die an einer bundesweiten Aktion der DEKRA teilnahmen, dem "SafetyCheck". Ohne Auswirkungen auf die Prüfplakette konnten sie ihren fahrbaren Untersatz kostenlos von einem Experten auf Mängel untersuchen lassen.
Die sind gerade bei bei den meist älteren Fahrzeugen junger Fahrer sehr häufig. "Wer sich selbst helfen kann, ist natürlich im Vorteil", sagt Patrick Scheuer, dessen berufliche Karriere vor einigen Jahren auch beim Berufskolleg in Bad Berleburg begann. Seit einem Jahr ist er bei der DEKRA als Prüfingenieur tätig. "Oft wird wegen der Kosten auf eine regelmäßige Inspektion verzichtet", berichtet er aus seiner Erfahrung. "Und dann wundert man sich, warum bei der nächsten Hauptuntersi?uchung erhebliche Mängel festgestellt werden."
Darauf mussten die Schüler des Berufskollegs gestern nicht warten. Bremsen, Bremsleitungen, Fahrwerk - das waren auch beim Check in Bad Berleburg die neuralgischen Punkte der betagten Gefährte. Wie beim Pkw von Nikolais Schulkamerad, dessen Spurstangenköpfe dringend der Erneuerung bedürfen. Das will er bei einem Freund erledigen lassen, der eine Autowerkstatt hat. Der kann sich auch um die undichte Ventildeckeldichtung kümmern, die dafür sorgt, dass der Motor verölt ist.
Wie wichtig solche Aktionen sind, weiß auch Oberstudienrat Lothar Stalz, der am Berufskolleg für die Verkehrserziehung zuständig ist und die Aktion koordinierte, die in der Berleburger Niederlassung des Ford-Autozentrums Biedenkopf stattfand. "Die meisten jungen Leute kommen natürlich bei uns mit dem Auto zum Unterricht. Und in der Regel sind das ältere Baujahre."
Gerade bei denen, so hat die DEKRA festgestellt, nimmt die Wartung ab und die Mängel zu. Bei einem neun bis elf Jahre alten Fahrzeug ist das Gefährdungspotential dreimal so hoch wie bei jungen, bis drei Jahre alten Fahrzeugen - nicht zuletzt, weil auch die Bereitschaft sinkt, noch in Wartungsarbeiten zu investieren. Das ist allerdings eine Milchmädchenrechnung.
"Wer Reparaturen aufschiebt, muss letztlich mit schwerwiegenden Defekten rechnen und zahlt meist drauf", mahnt die DEKRA.
0mitdiskutieren