Kinderkonzert: Bassklarinette gibt gruselige Töne von sich

Das „Trio DeVienne“ erfreute Klein und Groß bei der Matinee am Sonntag zur 43. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg. Lehrreich und lustig zugleich kamen hier alle Altersgruppen auf ihre Kosten.
Das „Trio DeVienne“ erfreute Klein und Groß bei der Matinee am Sonntag zur 43. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg. Lehrreich und lustig zugleich kamen hier alle Altersgruppen auf ihre Kosten.
Foto: Christiane Sandkuhl
Was wir bereits wissen
Das „Trio DeVienne“ erzählt mit Blasinstrumenten die wundervollsten Märchen. Und die dunkelsten Schauergeschichten.

Bad Berleburg. Alle kleinen und großen Damen und Herren waren mit ihrem Wissen und ihrer Begeisterungsfähigkeit für Musik rund um den Globus am Sonntag zur Matinee der 43. Internationalen Musikfestwoche eingeladen. Das „Trio DeVienne“ mit Elke Aufschläger, übrigens auch Klarinettistin der Philharmonie Südwestfalen, Akos Hoffmann und Robert Beck weiß anhand seiner Klarinetten, Bassetthörner und Bassklarinette die wundervollsten Märchen und die dunkelsten Schauergeschichten zu erzählen.

„Entertainer“ mit Eselsbacke

Dabei nehmen sich die drei viel Zeit für die ganz kleinen Menschen im Publikum – und erklären genau, woher welche Geschichte stammt, die sie da musikalisch verpacken.

Selbstverständlich muss das junge Publikum auch Hintergrund-Wissen zu den einzelnen Komponisten der Werke erfahren. Drollig und putzig, gruselig und fröhlich, tanzend und wippend brachten „Trio DeVienne“ ihre Melodien unters junge und jung gebliebene Volk. Den Auftakt „flöteten“ sie mit Claude Debussys „Der kleine Neger“, wobei Akos Hoffmann bemerkte, dass das Wort Neger nicht zeitgemäß sei: Heute umschreiben wir „die Neger“ als Dunkelhäutige.

An dieser Stelle fand er sogleich die Überleitung zum dunkelhäutigen Komponisten Scott Joplin, der in den USA den nächsten Song erschuf, der im manierlich besetzten Schloss zu hören war – nämlich „Der Entertainer“. Mit einer Eselsbacke machte er den Spaß erst perfekt, denn ganz normale Instrumente können die Kinder überall hören, zu sehen bekamen sie auch diesen außergewöhnlichen Orchester-Geräuschemacher. Die Bassklarinette von Robert Beck kann so richtig gruselige Töne von sich geben. Für die Erzählung der „Kleinen Meerjungfrau“ – hier die Verkörperung der Meerhexe – ist sie daher wie geschaffen. Ein großes, langes, schweres Instrument, das auch in den tiefsten Keller gehen kann, tonmäßig. „Die anderen Klarinetten sind kleiner – kein Wunder, die wurden „zu heiß in der Waschmaschine gewaschen“, versuchte Akos Hoffmann schmunzelnd die Größe seines Instruments zu entschuldigen und erntete dafür vergnügte Lacher.

Und wer kann schon einfach die Füße stillhalten, wenn da die „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms in Kombination mit dem „Nussknacker von Peter Tschaikowsky auf dem Programm stehen? Noch nicht einmal die Musiker hielt es auf den Stühlen.

„Dschungelbuch“ und Balou für alle

Teils waren die Jüngsten im Publikum noch so klein, dass nur Eltern und Großeltern die Frage nach dem „Rosaroten Panther“ und der Erkennungsmelodie beantworten konnten. Doch beim „Dschungelbuch“, Balou und der Gemütlichkeit konnten wieder alle mitreden und freuten sich mit der Überleitung vom kleinen bayrischen Kobold „Pumuckl“ zum melodiösen „Klarinettenmuckl“ – als ausleitende Zugabe des gut gelaunten Trios für das fidele Publikum zwischen null und 90 Jahren im Schloss-Foyer.