Kein gutes Geschäft mit Bob Dylan

Wittgenstein..  „Kein Kommentar!“ – Wer in der Berleburger Buchhandlung Kühn nach Werken des frisch gekürten Literaturnobelpreisträgers fragt, der erntet nur ein Kopfschütteln. Beispielhaft für die Reaktionen vieler Buchverkäufer, die der Ehrung eines Vollblutmusikers wie Bob Dylan kritisch gegenüber stehen. Der 75-jährige US-Amerikaner verdiente sein Geld mit Folk- und Rock-Klängen, die mit poetischen Texten garniert werden. Dylan ist zeitgleich auch der erste Literaturnobelpreisträger, der nicht primär als Schriftsteller gilt.

CDs statt Bücher

Von der nun steigenden Nachfrage nach Dylan-Werken profitieren vor allem die CD-Geschäfte, die Buchhandlungen schauen in die Röhre. Wenig verwunderlich, dass weder die Buchhandlung MankelMuth in Berleburg, noch das Büchereck Weiand in Erndtebrück oder die Buchhandlung Blöcher in Bad Laasphe aktuell etwas mit Bezug zu Dylan vorrätig haben. „Bestellen würden wir natürlich, aber bislang gab es hier noch keine Nachfragen. Vielleicht gibt es die richtigen Dylan-Fans hier ja auch gar nicht“, heißt es aus dem Büchereck Weiand.

Nicht nur Hochliterarisches

Kerstin Blöcher hingegen sieht in der Verleihung des Preises an Dylan kein wirkliches Problem. „Der Preis hat selten eine richtige Relevanz für uns. Die Leute wollen nicht nur Hochliterarisches lesen. Manchmal verkaufen wir von den Preisträgern vielleicht zwei Werke, manchmal auch gar nichts.“ Eine deutlich höhere Bedeutung für die hauseigenen Verkaufszahlen hat da schon der „Deutsche Buchpreis“. Wie gut, dass der nun auch wieder vergeben wird. Bis dahin hört Kerstin Blöcher aber nochmal ihre Bob Dylan Best-of-CD. „Mal sehen, ob ich in den Songtexten noch etwas hochkarätig Literarisches finde“, lacht sie.