Kaum bezahlbare Visionen

Bad Berleburg..  Das Projekt „Netzwerk Zukunft: Kurorte neu profiliert“ beinhaltet für Bad Berleburg auf dem gesundheits-touristischen Markt ein gehöriges Potenzial. Davon ist Detlef Jarosch absolut überzeugt. Der Projektleiter der mit der Konzeptentwicklung beauftragten „Project M GmbH“ hat am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss leidenschaftlich für die Profilierung Bad Berleburgs als „Kompetenzort für die Förderung von geistiger und körperlicher Beweglichkeit“ geworben.

Angesprochen und von der Umsetzung etwaiger Projekte profitieren werden sollen Bürger und Gäste gleichermaßen. Die Resonanz bei den Politikern war durchwachsen, wobei es kein generelles Veto gab. Auch inhaltliche Kritik an teils visionären Ideen wurde kaum laut; einzig die Frage der Finanzierbarkeit der Maßnahmen (wie gestern berichtet, die Erweiterung Rothaarbad) holte zumindest die großen Fraktionen in die Realität zurück.

Unterschiedliche Meinungen

„Der Tourismus soll sich zunehmend selbst tragen - ohne städtische Subventionen“, erinnerte Bernd Weide (SPD) an die Maxime des Leitbildes. Private Investitionen in der Branche seien erwünscht, so der Fraktionschef, doch die Stadt könne da nur für eine ordentliche Infrastruktur sorgen.

„Manche Maßnahme ist sicher überlegenswert“, erkennt auch Martin Schneider (CDU), doch wie sie bezahlt werden können, sei für ihn nicht noch ersichtlich.

Oliver Junker-Matthes (Grüne) und Horst-Günter Linde (UWG) warten davor, „jetzt auf die Bremse zu treten“. Junker-Matthes machte deutlich, dass „mögliche Investitionen zwar auch für die Gäste, aber in erster Linie für unsere Bürger gut sind“.

Michael Sittler (SPD) befürwortete den gesundheitlichen Ansatz bei einem Zeitfenster von 15 Jahren als zielführend“.

Ausschussvorsitzender Eberhard Friedrich (CDU) zog das Fazit: „Das Konzept zeigt wichtige neue Perspektiven auf, mit denen wir uns beschäftigen. Jede einzelne Maßnahme wird erneut diskutiert.“