Kammerchor nimmt noch einmal mit in friedvolle Weihnacht

Der Kammerchor Schmallenberg, hier mit 17 stimmgewaltigen Aktiven, unter der Leitung von Hans-Ulrich Schauerte und mit Begleitung von Ernst-Harald Schmidt, führte noch einmal Weihnachtliches  zum 40. Geburtstag des Chores zu Gemüte.
Der Kammerchor Schmallenberg, hier mit 17 stimmgewaltigen Aktiven, unter der Leitung von Hans-Ulrich Schauerte und mit Begleitung von Ernst-Harald Schmidt, führte noch einmal Weihnachtliches zum 40. Geburtstag des Chores zu Gemüte.
Foto: WP

Bad Berleburg..  An der Orgel und mit Dirigentenstab ist der Schmallenberger Hans-Ulrich Schauerte ein Tausendsassa. Korrekt, bisweilen gern improvisatorisch tätig, hat er vor 40 Jahren den Kammerchor Schmallenberg gegründet. Es ist sein Kind, das er anleitet, zusammenhält, lehrt und belehrt, mal gestreng, doch im Gros fröhlich die Musik vermittelnd.

Ziemlich genau am 5. Januar 1975 war es dann so weit. Das musikalische Kind war geboren mit seinem ersten weihnachtlichen Konzert. Nun beging der Chor sowohl am Gründungsort Schmallenberg wie auch in Bad Berleburg seinen 40. Geburtstag. Zwischenzeitlich übernahm Hans-Ulrich Schauerte in den 1990-ern die Leitung des Berleburger Kammerchores. Diesen Chor gibt es heute nicht mehr.

Viele Berleburger Sängerinnen und Sänger wurden nach Auflösung des Chores in Schmallenberg mit offenen Armen aufgenommen und setzen dort ihre Liebe zu Musik und Gesang aktiv fort.

Moderator vermittelt Hintergründiges

17 Chorsänger gruppierten sich jetzt in der katholischen Kirche Berleburg um die Krippe Jesu Christi im Altarraum des sakralen Raumes. In der Regel zählt der Chor gut das Doppelte an Sängern. Doch 17 feste, glockenklare Stimmen – vier Soprane, vier Tenöre, fünf Altistinnen und vier Bässe – brachten kräftiges Volumen in das Kirchenschiff. Am Cembalo begleitete der beinahe Voll-Profi Ernst-Harald Schmidt aus Bad Laasphe die Sänger.

„Vom Himmel hoch , da komm ich her“, das beliebteste aller protestantischen Weihnachtslieder leitete Hans-Ulrich Schauerte mit einem Orgelpräludium ein. Sensibel und stimmlich feinfühlig stimmte der Chor ein und die von Martin Luther verfassten Verse ließen den Erzengel Gabriel virtuell sichtbar werden.

Hans-Ulrich Schauerte ist bekannt für Wissensvermittlung und so ließ er sich natürlich die Moderation des Konzertes nicht nehmen. Er präsentierte Hintergründiges zu werkbezogenen Entstehungsgeschichten und bewegte sich beredt durch die Epochen und Kompositionskulturen; zudem vermittelte er Detailliertes zu den Komponisten. Der Chor ist mit Schauertes Leitung stets gut beraten im Umgang mit teils für den deutschen Sprachraum exotischen Komponisten.

Kirchen-Besucher eingebunden

Monteverdi, der neben Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms zu den Berühmten des Konzertes gehörte, verkörpert eine kleine Leidenschaft für Chor und Chorleiter. Gern pointieren sie variierende Konzerte mit seinen Werken aus dem 16. Jahrhundert. Weihnachtlich Barockes stand weiterhin mit Werken von Louis Claude d´Acquin auf dem Programm.

Marcel Dupré, französischer Musikpädagoge des 19. Jahrhunderts, verfasste eine Reihe weihnachtlicher Chorliteratur, der sich der Chor akustisch sehr ausdrucksvoll hingab – so auch den Werken von Gottfried Heinrich Stölzel, des einstigen Kantors der Dresdener Frauenkirche Gottfried August Homilius. Melchior Franck, Cornelius Freundt und Charles-Marie Widor standen zum Finale des Jubiläums-Weihnachtskonzertes auf dem Plan.

Final heißt bei Ulrich Schauerte stets auch die Einbindung des Publikums in die Chorarbeit. Mit dem Refrain zum Mitsingen „Gottes Sohn ist Mensch gebor´n, hat versöhnt des Vaters Zorn“ gab es vom Chorleiter ein dickes Lob in Richtung Publikum. Schön war’s, so kurz vor dem Dreikönigstag noch mal in die heimelige, friedvolle Weihnacht blicken zu können.