Kammerchöre stellen sich Herausforderung
29.03.2011 | 16:00 Uhr 2011-03-29T16:00:00+0200
Bad Berleburg. Die Passion Christi ist für viele Menschen eine besonders einfühlsame Zeit. Es sind Wochen der Besinnung, der Gedankenfülle und der Umkehr.
Wer die Muße nicht finden kann, für sich ganz allein in Klausur zu gehen oder Exerzitien zu üben - das sind die allerwenigsten in der hektischen Welt - der hat in Wittgenstein mit den Kammerchören Berleburg und Schmallenberg unter der Leitung von Ulrich Schauerte in jedem Jahr während der Fastenzeit die Möglichkeit, einem sehr emotionsgeladenen Konzert beizuwohnen. Hier widmen sich die hervorragenden Sänger mit ihrem langjährigen Chorleiter der christlichen Tradition und setzen die Leidenszeit Christi mit ausgewählten Kompositionen um.
Die sehr zahlreichen Zuhörer in der Berleburger St. Marienkirche wissen inzwischen, auf was sie sich da einlassen. Es sind nicht die Werke von der Stange, die immer im Konzertangebot sind. Der Kammerchor geht da sehr ausgefeilte Wege, experimentiert sogar und gibt sich selbst der nuanciertesten Erhabenheiten christlich-liturgischer Musik hin. Nicht immer ganz einfach. Die Herausforderungen, die gerade die Passionsmusik an den aktiven Musiker stellt, sind längst nicht für alle gleich eine Wonne. Doch der Sänger, der sich der Thematik sensibel hingibt, wird reich belohnt mit eigenem Wohlgefühl und größter Anerkennung des Publikums.
Das Programm der Sänger konzentrierte sich in diesem Jahr auf Mozarts Kyrie in d-moll. Der Komponist hat wenige Werke speziell zur Fastenzeit kreiert. Dieses Stück verfasste er in derselben Tonart wie sein „Requiem“.
Dreh- und Angelpunkt des Abends war Franz Liszt, dessen 200. Geburtstag am 22. Oktober gefeiert wird. Das Geburtstagsjubiläum ist selbstverständlich auch mit Anlass der besonderen Würdigung, die ihm der Chor zukommen lässt. Das „Via Crucis“ (der Kreuzweg) umschreibt mit den 14 musikalischen Stationen des Leidens Christi über die Via Dolorosa (Schmerzensweg) in nachempfindbarer Stärke vokal das, was vor nahezu 2000 Jahren am Berg Golgatha geschah. Die Stimmen mit ihrem Solisten Richard Mersmann legten größten Wert auf das Wirken und in sich ruhen lassen der Melodien, ohne Applaus.
Auf Lateinisch verfasste auch Franz Schubert das „Stabat mater“. Textlich vom Publikum nicht durchgängig nachvollziehbar, doch musikalisch eine Darbietung mit Grandezza.
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