Jugendliche säubern 500 Grabsteine

Auf rund 500 Steinkreuze des Soldatenfriedhofs Ysselsteyn bringen die Teilnehmer des Jugendwochenendes der Raumländer Kirchengemeinde Algenschutzmittel auf.
Auf rund 500 Steinkreuze des Soldatenfriedhofs Ysselsteyn bringen die Teilnehmer des Jugendwochenendes der Raumländer Kirchengemeinde Algenschutzmittel auf.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
  • Rund 32 000 gefallene Soldaten und Zivilisten aus dem Zweiten Weltkrieg hier begraben
  • Junger Teilnehmer beeindruckt: „Ich war noch niemals auf einem so großen Friedhof.“
  • Arbeitseinsatz bildet den Abschluss des Jugendwochenendes

Ysselsteyn/Raumland..  Die Jugendwochenenden der Evangelischen Kirchengemeinde Raumland sind seit Jahren ein Höhepunkt der gemeindlichen Jugendarbeit. In diesem Jahr ging es drei Tage lang für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 13 und 18 Jahren nach Ysselsteyn in den Niederlanden. Dort ist neben dem größten deutschen Soldatenfriedhof unseres Nachbarlands eine internationale Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte des Volksbundes „Deutscher Kriegsgräberfürsorge“.

Nach dem Einzug in die Blockhütten ging es sofort auf den Friedhof für eine Führung. „Ich war noch niemals auf einem so großen Friedhof. Hier sind Gräber soweit das Auge blickt,“ meinte einer der Jugendlichen. Insgesamt liegen dort rund 32 000 gefallene Soldaten und Zivilisten aus dem Zweiten Weltkrieg. Anhand ausgewählter Einzelschicksale konnten sich die Jugendlichen einen Eindruck vom Ausmaß des Krieges machen. Im Anschluss schaute sich die Mehrzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Register an, um nach möglichen Verwandten zu suchen.

Operation „Market Garden“

Die Gruppe besuchte zudem das Museum Bevrijdende Vleugels in Best bei Eindhoven. In diesem Museum geht es vor allem um die Fallschirmjäger-Operation „Market Garden“ der Alliierten im Herbst 1944. In einer Führung wurden die Hintergründe zu der Operation und zu den ausgestellten Waffen, Flugzeugen, Fahrzeugen und Exponaten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erläutert. Es waren viele Originalfotos zu sehen und sehr anschaulich mit Puppen nachgestellte Kriegsszenen.

Darüber hinaus verbrachte die Gruppe einige Zeit in Eindhoven. Mit der niederländischen Kultur kamen die Jugendlichen dann beim Niederlande-Abend in Berührung. Den Abschluss des Wochenendes bildete ein Arbeitseinsatz auf dem Friedhof. Dieser beinhaltete das Aufbringen eines Algenschutzmittels auf die Steinkreuze der Gräber. Die Gruppe behandelte etwa 500 Grabsteine.

Die Abend- und Morgenandachten beschäftigten sich mit der Barmer Theologischen Erklärung, dem Kirchenkampf, dem Widerstand und weiteren Themen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt war es eine sehr eindrucksvolle und intensive Zeit, die sowohl bei den Jugendlichen, als auch den Mitarbeitern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ein besonderer Dank geht an die Stiftung „Gedenken und Frieden“, die das Wochenende finanziell unterstützt hat.