Jetzt wird aufgeräumt
04.02.2010 | 10:36 Uhr 2010-02-04T10:36:00+0100Wittgenstein. Die Schulen und Kindergärten im Kreis Siegen-Wittgenstein bleiben bis Ende der Woche geschlossen. Das hat Landrat Paul Breuer nach einer Lagebesprechung des Krisenstabes am Mittwoch bekannt gegeben.
„Die Berichte aus den Städten und Gemeinden haben gezeigt, dass die Gefährdungslage insgesamt noch sehr hoch ist. Daher ist mit Blick auf die Sicherheit der Kinder ein geordneter Schul- bzw. Kindergartenbetrieb noch nicht wieder möglich”, so Breuer. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind die Schneelasten auf Flachdächern, die Gefahr von Dachlawinen und die Situation auf den Schulhöfen.
Rettungswege noch nicht frei
Hinzu komme, dass die Gemeinden aufgrund der Schneemassen noch einige Tage benötigen, um Gehwege und die Bushaltestellen freizuräumen. Auch die Rettungswege zu verschiedenen Gebäuden seien noch nicht wieder benutzbar. Zudem könne aufgrund eines Streiks die VWS am heutigen Donnerstag voraussichtlich auch keinen Schulbus anbieten.
„Wenn Eltern im Einzelfall aus zwingenden Gründen eine Kinderbetreuung unbedingt benötigen, können sie sich mit der jeweiligen Kindertageseinrichtung in Verbindung setzen, um eine Einzelfalllösung zu organisieren”, erläutert Breuer. Aufgrund der Gefährdungslage komme dies aber nur in absolut unvermeidbaren Fällen in Frage. Eltern, die Rückfragen zu den geschlossenen Kindergärten haben, können sich von 7 bis 19 Uhr an eine Hotline des Jugendamtes des Kreises Siegen-Wittgenstein wenden: 0271/333-1352. Fragen zu den Schulen beantworten die jeweiligen Städte und Gemeinden in den Rathäusern.
Öffentliche Gebäude bleiben dicht
Auch die Gefährdung von Gebäuden mit Flachdächern durch hohe Schneelasten ist nach wie vor akut. Aus diesem Grund haben die Städte und Gemeinden im Kreisgebiet bereits verschiedene öffentliche Gebäude wie Sport- oder Schwimmhallen geschlossen. Dies betrifft beispielsweise auch die Sporthalle des Berufskollegs Wittgenstein in Bad Berleburg.
Bei privaten Gebäuden oder Betriebsgebäuden ist nach der Bauordnung NRW der Eigentümer in der Verkehrssicherungspflicht. Bei der Räumung von Dachlasten müsse aber unbedingt auf die Sicherheit der beteiligten Personen geachtet werden, unterstreicht Kreisbrandmeister Bernd Schneider. Dies gelte für Feuerwehrleute genauso wie für Mitarbeiter von Firmen oder Privatpersonen.
Dachlasten
Informationen zu Dachlasten erhalten Betroffene bei der Hotline des Fachservice Bauen und Wohnen des Kreises Siegen-Wittgenstein ( 0271 333-1920, von 7 bis 19 Uhr). Aufgrund der hohen Schneelasten auf den Bäumen warnen Kreis und Forstamt Siegen-Wittgenstein nachdrücklich vor der Betretung der heimischen Wälder. „Wer jetzt im Wald spazieren geht, setzt sich einem hohen gesundheitlichen Risiko aus. Wer es dennoch tut, muss wissen, dass ihm die Rettungsdienste im Falle eines Unfalls nicht rechtzeitig zur Hilfe kommen können”, so der Landrat.
Abgesehen von den Schneemassen verlief die Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Berleburger Bereich ohne besondere Vorkommnisse. Jens Blecher, Leiter des Baubetriebshofes: „Wir fangen jetzt auch damit an, die Regeneinläufe wieder freizubekommen, um im Fall von Tauwetter Stauungen zu vermeiden.” Zwar bleiben auch in Berleburg öffentliche Gebäude bis montag gesperrt, Ausnahmen gibt es allerdings auch. So wird ab heute die Turnhalle am Stöppel wieder geöffnet und vermutlich ab Freitag können auch wieder das Rothaarbad und das Bürgerhaus am Markt genutzt werden.
Schneefräsen
In Bad Laasphe gehen die Einsatzkräfte nun verstärkt daran, bestimmte Bereiche vom Schnee freizuräumen. Schwerpunkte werden dabei im Banfetal, Lahntal und in der Kernstadt gesetzt. Außerdem, so Klaus Pankalla, Leiter des Hoch- und Tiefbaubereichs, wurde eine Fräse geordert, um gegen extreme Verwehungen etwa in Goßenbach vorzugehen. Auch in Bad Laasphe bleiben die öffentlichen Hallengebäude bis auf Weiteres gesperrt.
In Erndtebrück, so Heinz Adolf Stöcker, Fachbereichsleiter Bauamt, „wird nach und nach abgearbeitet.” Zurzeit sind Schneefräsen im Einsatz und in engen Straßen wird der Schnee abtransportiert.
Zusammengekracht
Auf der Strecke blieb ein Jungtierstall im Aussiedlerhof in der Nähe der Eisenwerke in Erndtebrück. Das Gebäude krachte unter der Schneelast zusammen. Zu Schaden kam indes niemand: Weder Mensch noch Tier.
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