Internet: Vor 25 Jahren die Weichen gestellt

Erndtebrück..  Der „Fehler“ liegt 25 Jahre zurück - so man die Entscheidung für Satellitenschüsseln in der Gemeinde denn so bezeichnen will. Weil Erndtebrück nicht wie viele andere Kommunen den Fernsehanschluss via Unitymedia favorisierte, haben die Bürger ihre TV-Programm zwar auch heute noch kostenlos. Weil aber das Netz fehlt, sieht es in der Ederkommune auch in Sachen Internet dürftiger aus als in anderen Städten und Gemeinden. Darauf verwies Dipl. Ing. Michael Krämer von der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen angesichts der Sitzung des Bauausschusses. Die CDU hatte den Antrag gestellt, sich bei dem Experten zu dieser Thematik zu informieren.

Kaum mehr als 16 000 Mbit/sek

Maximal 16 000 Mbit pro Sekunde sind es, mit denen die Daten selbst im Kernraum transportiert werden. Nur ein verschwindend geringer Teil rund um einen Verbindungspunkt kommt in den Genuss noch schnellerer Verbindungen. In den meisten Ortschaften der Kommune sind die Bürger in der Regel noch deutlich langsamer unterwegs. Von Benfe abgesehen. Dort hat mit Glasfaser nach langer „Durststrecke“ die Hochgeschwindigkeit Einzug gehalten. Dass Anbieter auch die restlichen Ortschaften freiwillig mit flotten Verbindungen ausstatten, davon geht Michael Krämer nicht aus: „In den Flächenregionen erreicht man mit langen Leitungen nur wenig Leute. Deshalb findet hier kein Wettbewerb statt.“ In Zentren wie Siegen sehe das ganz anders aus: „Dort ist Unitymedia mit 200 000 Mbit unterwegs, die Telekom zieht jetzt mit 100 000 nach.

Dem „Marktversagen“ auf dem, Lande freilich kann man mit Anreizen für die Anbieter begegnen. Denn mittlerweile gibt es Förderungsmöglichkeiten für Orte, in denen Internet mit weniger als 6000 Mbit den Spaß an der Datenautobahn verdirbt. Damit soll die Wirtschaftlichkeitslücke möglicher Betreiber gedeckt werden. Die kann erheblich sein. Bis zu maximal 500 000 Euro pro Maßnahme gibt es deshalb als Zuschuss. An dieser Förderung muss sich die Kommune zwar auch beteiligen. Allerdings ist das einer der wenigen Fälle, in denen sich der Nothaushalt positiv auswirkt. Dann müssen seitens der Kommune nämlich nur 10 Prozent zugeschossen werden. Deshalb rät der Experte der Kommune denn auch, sich rasch um Fördergelder für Birkefehl, Birkelbach und Womelsdorf zu bemühen: „Dort stehen die Chancen gut für ein gutes Angebot.“ Und die Fördertöpfe des Landes seien mit einigen Millionen Euro gerade erst gefüllt worden. Je schneller man sich bewerbe, desto besser: „Am Anfang kann man noch Mittel abgreifen.“ Die Gemeinde will nun prüfen, welche Orte und Maßnahmen in Betracht kommen. Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel: „Wir können da was machen und haben das auch vor. Wir müssen unsere Versorgungslücke so schnell wir möglich schließen. Das ist für die Wirtschaft und die Bürger eines der wichtigsten Themen.