Initiative gegen Fernstraße
30.04.2009 | 16:30 Uhr 2009-04-30T16:30:00+0200Stünzel. Die Bürgerinitiative „Für Wittgenstein - Heimat ohne Fernstraße” hat ihre Arbeit aufgenommen. In der Stünzeler Kaffeestube trafen sich jetzt etwa 40 Wittgensteiner, um die neu gegründete Initiative gegen den Bau einer Bundesfernstraße zwischen Kreuztal und Hattenbach auf Kurs zu bringen.
Starthilfe erhielten sie von einigen Siegerländer Besuchern, so auch Mitgliedern der bereits etablierten Bürgerinitiative aus Herzhausen. Unter Moderation von Dr. Peter Neuhaus aus Hilchenbach wurden entsprechend der drei Wittgensteiner Kommunen drei Sprecherinnen und Sprecher gewählt, die als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Das sind aus Stünzel Elke Lückert, aus Feudingen Karl-Ludwig Bade und aus Erndtebrück Alrun Hoffmann-Krönert. Zum Schriftführer wurde Erhard Benfer (Bad Laasphe) gewählt, Koordinator für die Zusammenarbeit mit den anderen Bürgerinitiativen in Siegerland und Hessen ist Wolfgang Lückert (Stünzel).
Elke Lückert erläuterte: „Unser dringendstes Anliegen ist es, die Menschen in Wittgenstein über den angedachten Bundesfernstraßenbau zu informieren. Derzeit nutzen die Befürworter die Unwissenheit der Bevölkerung schamlos aus, um ihr monströses Straßenbauprojekt voranzutreiben, das Wittgenstein in zwei Teile zerschneiden wird”.
Dabei ist es den Mitgliedern sehr wichtig, ihrer Meinung nach sinnvolle und wesentlich schneller realisierbare Verkehrsverbesserungen für den Wittgensteiner Bedarf zu unterstützen. „Der dreispurige Ausbau der B 62 zwischen Saßmannshausen und Holzhausen zeigt, wie man fernab politischer Polemik gute Lösungen finden kann”, erklärte Karl-Ludwig Bade.
„Zudem wollen wir uns für den öffentlichen Personen-Nahverkehr stark machen, dem von den Fernstraßenunterstützern und Politgrößen Paul Breuer und Willi Brase nur ein Schattendasein zugestanden wird”, ergänzte Alrun Hoffmann-Krönert. „Neben der Politik muss auch die Bahn eindringlich aufgefordert werden, ihr Angebot für die heimischen Unternehmen auszubauen und die Fahrtzeiten im ÖPNV deutlich zu verkürzen.”
Solche Maßnahmen seien nach Ansicht der Bürgerinitiative wesentlich kostengünstiger, schneller und umweltverträglicher umzusetzen als eine drei- bis vierspurige Fernstraße.
Nach Auffassung der Bürgerinitiative liegt die Fernstraße in krassem Gegensatz zu den Interessen von Land- und Forstwirtschaft sowie Tourismus, Kultur und Naturschutz in Wittgenstein.
Die Bürgerinitiative möchte im Juni zu einer Trassenwanderung einladen.
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