„Informiert beten – in radikaler Liebe handeln“

Feudingen/Wittgenstein.  . Rund 40 Besucherinnen aus dem Evangelischen Kirchenkreis Wittgenstein hatten sich jetzt auf dem Weg nach Feudingen gemacht. Der Bezirksverband der Wittgensteiner Frauenhilfe hatte ins Obere Lahntal eingeladen, um dort mehr über die Bahamas zu erfahren. Der Inselstaat im Atlantik zwischen USA und Kuba besteht aus mehr als 700 Inseln, von denen 30 bewohnt sind. Christinnen von den Bahamas haben für dieses Jahr Gottesdienst und Liturgie zum Weltgebetstag gestaltet, der am Freitag, 6. März, begangen wird. „Begreift ihr meine Liebe?“ steht als Frage und Leitmotiv über dem Weltgebetstag.

Kunstwerk mit Flamingos und Füßen

Überall im Kirchenkreis wird in evangelischen und katholischen Kirchen oder Gemeindehäusern der Gottesdienst zum Weltgebetstag gefeiert. Damit die Veranstaltungen in rund sieben Wochen wirklich gelingen, beschäftigen sich auch hier bei uns vor Ort die Organisatorinnen ausgiebig mit dem Land und der Gottesdienstordnung von den Bahamas. Genau darum ging es jetzt einen ganzen Tag lang im Feudinger Gemeindehaus.

Alle Frauen hatten die Gottesdienstordnung im handlichen DIN-A 5-Format vor sich. Vorne drauf ein farbenfrohes Kunstwerk mit Flamingos und Füßen. Und wenn man sich fertig an dem bunten Gemälde gefreut hat, dann liest man auf der nächsten Seite als Erstes: „Weltgebetstag Bahamas: Informiert beten – in radikaler Liebe handeln“.

Team informiert Gemeinden

Flamingos, Füße und dann auch noch Radikalität? Eine Vokabel, die wahrscheinlich nicht nur in Wittgenstein beim ersten Hören skeptisch macht. Da ist es gut, wenn die Dinge durchgesprochen und erklärt werden. Schon im Vorfeld hatten Manuela Schnell und Ulrike Berk als Wittgensteiner Weltgebetstags-Fachfrauen mit dem Bezirksverbands-Vorstand einen Nachmittag lang diskutiert und über die Bahamas geredet. Gemeinsam bildeten alle zusammen das Team, das in Feudingen die übrigen Organisatorinnen aus den Gemeinden informierte, schulte und gemeinsam mit ihnen nachdachte.

Auch die Lieder der Gottesordnung mit ihren deutschen oder englischen Texten wurden einstudiert, beim Singen zwischendurch. Außerdem wurde gebastelt – und gegessen. Eindrucksvoll hatten die Feudinger Gastgeberinnen fürs Mittagessen unter anderem Gemüsegratin mit Kokosschnee, Hühnertopf mit Piment, Omelett mit Gemüse vom Blech, Reis mit roten Bohnen und Rumkuchen vorbereitet. Damit gestärkt hatten auch am Nachmittag noch alle genug Energie, um sich mit den Bahamas zu beschäftigen. Mit welchem Ergebnis? Das kann Jeder und Jede am ersten Freitag im März selbst sehen bei den vielen Weltgebetstags-Gottesdiensten in Wittgenstein und Hochsauerland. Und da erfährt man auch etwas über die Flamingos als Wappentiere des Landes und das scheinbar gefährliche Wort „radikal“, das allerdings nicht roh, rabiat, rigoros oder rücksichtslos bedeuten muss, sondern stattdessen auch gründlich, grundsätzlich, ganz und gar bedeuten kann. Und dann erfährt man auch, was das mit den Füßen auf sich hat.