In Zukunft wettbewerbsfähig
14.01.2009 | 21:15 Uhr 2009-01-14T21:15:03+0100Allendorf. (km) "Die Zeit ist gut für solche Projekte", zeigte sich Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Alois Rhiel mit Hinweis auf in Aussicht stehende Mittel aus Konjunkturprogrammen optimistisch. ...
... Ebenso wie sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Oliver Wittke war er gestern nach Allendorf gekommen, um deutlich zu machen: Hessen und NRW machen sich gemeinsam stark dafür, die Region zwischen Rothaargebirge und Kurhessen so an das europäische Verkehrsnetz anzuschließen, wie es ihrem wirtschaftlichen Potiential entspricht.
"Entwicklungsachse Kreuztal-Hattenbach: Die Chance für die Region Südwestfalen-Nordhessen" lautet der Titel der neuen Broschüre, die Paul Breuer, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, im Info-Center der Viessmann Werke vor großem Publikum präsentierte. Um ihre Unterstützung für die länderübergreifende Initiative zu demonstrieren, die mit der Vorstellung der Machbarkeitsstudie zur Bundesfernstraße im Mai 2007 ihre Ziele formuliert hatte, waren auch zahlreiche Unternehmer und Lokalpolitiker von nordrhein-westfälischer Seite angereist.
"Die Region Siegen-Wittgenstein steht mit ganz großer Mehrheit hinter dieser Entwicklungsachse", machte Paul Breuer deutlich. Es gehe darum, mit einer solchen Verkehrsachse Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft zu schaffen. Eine neue leistungsfähige Bundesstraße erhalte Arbeitsplätze und entlaste die Menschen, die an den heutigen Durchgangsstraßen wohnen. Und einen Widerspruch zwischen dem Ausbau der Infrastruktur und dem Schutz von Umwelt und Natur müsse es nicht geben.
Der Kasseler Regierungspräsident Lutz Klein hatte in seiner Begrüßung erklärt, dass mit der Präsentation der von den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Waldeck-Frankenberg sowie den Industrie- und Handelskammern Siegen und Kassel herausgegebenen Broschüre ein Signal gesetzt werden solle. "Ziel der heutigen Veranstaltung ist, bei der nächsten Fortschreibung zu erreichen, dass der Lückenschluss in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen wird. Danach wäre der Weg frei für die konkrete Straßenplanung." Der Termin für diese Veranstaltung habe schon sehr viel länger festgestanden als der für die Wahl in Hessen, so Klein weiter, der jedoch nicht unerwähnt ließ, dass im Oktober 2008 auf hessischer Seite beinahe das Ende der Planungen gekommen wäre - das jedenfalls hatten SPD und Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen.
Am Beispiel des gastgebenden Unternehmens Viessmann KG erläuterte Klaus Ganter, Delegierter des Verwaltungsrates, gestern Nachmittag, warum die Wirtschaft in Hessen und NRW massiv auf die Realisierung einer leistungsfähigen Ost-West-Verbindung drängt. Jahrzehntelang habe man sich bei Viessmann damit beholfen, die Schiene für Warentransporte zu nutzen. Doch die Bahn habe Bedienungsintervalle vergrößert und Preise erhöht, sodass Schienentransporte gegenüber Speditionsleistungen nicht mehr konkurrenzfähig waren. Zum neuen Konzept der Vertriebslogistik gehöre nun ein zentrales Auslieferungslager, das in wenigen Wochen in Betrieb gehe. Investionsvolumen: 20 Mio. Euro - ein "Bekenntnis zu dieser Region und eine Vorleistung unseres Unternehmens zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes", so Gantner.
Auch Konstantin Bikar und Winfried Schwarz (Ejot) unterstrichen aus Sicht der Wittgensteiner Unternehmen die Bedeutung der Verkehrsanbindung als Zeit- und Kostenfaktor. Ebenso wie Landrat Paul Breuer und die Vertretern der Industrie- und Handeslkammern appellierte Schwarz an die Unternehmen, ihren Standpunkt immer wieder öffentlich deutlich zu machen, wenn sich Gegner der geforderten Bundesfernstraße zu Wort melden. Solche Bürgerinitiativen, so Breuer, verträten Partikularinteressen. Man müsse aber auch "über den Berg schauen" und das Gesamtinteresse von Regionen sehen. Schließlich, so der Hinweis von Dr. Walter Lohmeier (IHK Kassel), gehe es um Arbeitsplätze für 250 000 Menschen im Einzugsbereich der Trasse.
"Wichtig ist, dass wir Gas geben", hatte NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke betont, und erklärt, dass die Umweltverträglichkeitsstudie in den nächsten Wochen in Auftrag gegeben werde. Das Verkehrsvolumen werde in Zukunft drastisch zunehmen und die Straße werde der wichtigste Verkehrträger bleiben. Deshalb brauche man Lückenschlüsse in den bestehenden Netzen und Baumaßnahmen dort, wo Regionen noch ungenügend erschlossen seien.
•
0mitdiskutieren