Im Hafturlaub kräftig zugeschlagen: „Es war ein Reflex“

Am Amtsgericht in Bad Berleburg kassierte der 30-Jährige sein Urteil
Am Amtsgericht in Bad Berleburg kassierte der 30-Jährige sein Urteil
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Was wir bereits wissen
Einen freien Tag in der Justizvollzugsanstalt Attendorn hat ein 30-Jähriger für eine Verlängerung seines Vorstrafenregisters ausgenutzt. In Bad Berleburg schlug er zu und muss wieder in den Knast.

Bad Berleburg..  Einen freien Tag in der Justizvollzugsanstalt Attendorn hat ein 30-Jähriger für eine Verlängerung seines Vorstrafenregisters ausgenutzt. Mit der Faust schlug der im nördlichen Ruhrgebiet geborene Mann einen 32 Jahre alten Berleburger krankenhausreif. Deshalb muss der Täter nun erneut ins Gefängnis. Seine Schlussworte „Es tut mir leid“ konnten dem Angeklagten nicht mehr helfen. Ein Jahr wird er jetzt dafür büßen müssen.

Als der Vater an seinem freien Tag kurz vor Weihnachten 2013 Wind davon bekommt, dass ein ihm flüchtig Bekannter Gerüchte über ihn erzählt haben soll, vereinbart er ein Treffen mit dem „Gerüchteerzähler“ am Berleburger Hit-Parkplatz, um ihn zur Rede zu stellen.Ein weiterer 24-jähriger Mann, der ebenfalls in die Sache verwickelt sein soll, kommt ebenfalls zum Treffpunkt.

Als der Ruhrgebietler die Problematik anspricht, leugnet der 32-Jährige Türen- und Fensterbauer die Anschuldigungen. Ohne mit der Wimper zu zucken, schlägt der 30-jährige derzeitige Umschüler zu. Dabei trägt er Quarz-Handschuhe. Die verstärken die Schlagwirkung. Das Opfer fällt mit blutender Nase zu Boden. Zeugen verständigen daraufhin sofort einen Rettungswagen und die Polizei. Mediziner stellen bei dem 32-Jährigen drei Brüche im Nasen und Jochbeinbereich, so wie Platzwunden und Schwellungen fest.

Amtsrichter Torsten Hoffmann verurteilte den Angeklagte zu einem Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Dies war auch das Strafmaß, das Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel für angemessen hielt. Sie begründete das damit, dass der Ruhrgebietler diese Tat während eines Hafturlaubs begangen hat, und er offenbar schon wegen Gerüchten oder derartigen „Kleinigkeiten“ zuschlage. Erschwerend kamen seine Vorstrafen wie Schwerer Raub, Erpressung, Betrug und Sachbeschädigung hinzu: „Sie haben aus Ihren Vorstrafen bis heute nichts gelernt.“ Verteidiger Christoph Rühlmann konnte diesen Antrag nicht nachvollziehen und beantragte, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, weil sein Mandant Einsicht zeige und es nie sein Ziel gewesen sei, das Opfer derart niederzuschlagen. Der Verurteilte rechtfertigt den Schlag und sagte es sei „wie ein Reflex“ gewesen.

Richter Hoffmann sah dies aber anders und folgte bei seinem Urteil der Argumentation der Oberamtsanwältin.