Ideenschmiede ist jetzt gefragt
20.06.2007 | 09:33 Uhr 2007-06-20T09:33:47+0200Girkhausen. (wo) "Ich sehe eine volle Klasse. Warum wurde die Schule eigentlich geschlossen?", scherzte Girkhausens Ortsvorsteher Eberhard Lauber am Montagabend bei der Bürgerversammlung in einer der Klassenräume der Grundschule.
Voll sein werden die Klassenräume nach der Schließung der Grundschule vorerst wohl nicht mehr. Und gerade darum ging es am Montag: Was wird aus dem Schulgebäude? Die Girkhäuser sind zwar im Hinblick auf die räumliche Infrastruktur mit der Schützenhalle, der Ski-Hütte oder dem Gemeindehaus noch vergleichsweise gut bestückt, aber einen langsam zur Bauruine verfallenen Gebäudekomplex mitten im Dorf will niemand haben.
Sicher ist, dass die Stadt Bad Berleburg angesichts der schwierigen Finanzlage (Nothaushalt) und der über 100 im Stadtgebiet zu unterhaltenden Gebäude die Schul-Immobilie nicht wird halten können. Das machte Bürgermeister Bernd Fuhrmann, der mit Jürgen Weber (Bauverwaltungsamt) und Volker Dornseif (Gebäudemanagement) an der Versammlung teilnahm, unmissverständlich deutlich. Bis Ende des Jahres werde die Stadt Bad Berleburg das Schulgebäude unterhalten (Heizung/Strom etc.). Das bedeutet, dass die Girkhäuser Vereine bis Jahresende die Räume, insbesondere die Turnhalle wie bisher nutzen können.
Das bedeutet aber auch, dass bis dahin eine Lösung im Sinne der Stadt und der Girkhäuser gefunden werden muss. Als einzige realistische Lösung zeichnete sich in der Versammlung die wirtschaftliche Übernahme des Gebäudes durch die Dorfgemeinschaft bzw. einen Trägerverein ab. Das bedeutet, Sanierung, Nutzung und Unterhaltung werden von diesem Trägerverein übernommen, Besitzer bleibt die Stadt. Die vertraglich vereinbarte Nutzungsdauer richte sich nach dem Wert des Gebäudes bzw. nach der Abschreibungsdauer durch die Stadt. Anschließend würde das (abgeschriebene) Gebäude dann in den Besitz des Trägervereins übergehen.
Für die Sanierung und Umnutzung des Schulgebäudes könnten über Förderprogramme (ILEK/LEADER) bis zu 50 Prozent Fördermittel in Anspruch genommen werden, erläuterte Jürgen Weber. Voraussetzung sei aber die Erarbeitung eines nachhaltigen und überzeugenden Nutzungskonzeptes, in Richtung Dorferneuerung oder verloren gegangene Infrastruktur. Weber: "Gefragt ist jetzt eine echte Ideenschmiede." Die Stadtverwaltung werde diesen Prozess aktiv begleiten und sich um die formale Abwicklung kümmern, betonte Fuhrmann.
"Wir haben viele Menschen im Dorf und deshalb auch viele Ideen", sagte Ortsvorsteher Lauber. Dabei werde auch Gutes herauskommen. Lauber: "Bis spätestens zum Schützenfest haben wir die Ideen zusammen."
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