Idee der Großgemeinde ist toll, aber auch illusorisch

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Paul Breuer.  Paul Breuer (Jahrgang 1950) gehörte einem politischen Gremium an, das den Zusammenschluss der beiden Landkreise Siegen und Wittgenstein vorbereitete. Später wirkte er dann auch ab 1975 als Kreistagsabgeordneter für die CDU. Nach seiner politischen Karriere als Bundestagsabgeordneter (1980-2003) war er bis 2014 Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein.

1Die Kommunale Neugliederung 1975 – war sie Fluch oder Segen? Die Kommunale Neugliederung 1975 – war sie Fluch oder Segen?Die Kommunale Neugliederung 1975 – war sie Fluch oder Segen? Die Kommunale Neugliederung 1975 – war sie Fluch oder Segen?

Insgesamt gesehen war sie sicherlich eine gute Sache, auch wenn bei weitem nicht alle Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Insbesondere das Wittgensteiner Land hat wirtschaftlich den Anschluss gut geschafft und sich integriert. Das zeigt sich auch daran, dass sich die Pendlerströme relativiert haben. Anderseits ist die Verkehrsanbindung nach wie vor ein Problem. Und mangelnde Solidarität. Wenn Kreuztal und Buschhütten in der Frage der Verkehrsanbindung nicht miteinander solidarisch sind, sind sie es schon gar nicht mit Wittgenstein. Kommunales Planen und Handeln ist hier noch zu sehr auf die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet anstatt auf Kompromisse.

2 Alle reden von interkommunaler Zusammenarbeit. Könnte die Großgemeinde Wittgenstein dann nicht die logische Fortführung der kommunalen Neugliederung von 1975 sein?

Ich halte das für eine tolle Idee, aber es ist heute fast illusorisch. Das sehen wir doch schon an anderen Dingen. Zum Beispiel daran, dass die Wittgensteiner Kommunen beim Thema Schulen viel besser und enger zusammenarbeiten könnten.