i-Männchen von 1948 treffen sich

Elsoff. 67 Jahre nach ihrer Einschulung treffen sich 14 i-Männchen des Einschulungsjahrganges 1948 der ehemaligen Volksschule Elsoff – natürlich nicht der komplette Jahrgang, wie sich denken lässt. Wie sollte es auch anders sein nach den Wirren des Krieges. 1948 — da waren die ortsansässigen Kinder in der Minderheit. Ein Blick ins Klassenbuch von damals zeigt, woher sie kamen, die Vertriebenen: meistens aus Schlesien. Und dann die Evakuierten aus dem Ruhrgebiet und aus anderen bombengefährdeten Städten.

Es war ein Kommen und Gehen in jenen Tagen. Und angesichts der Zeitumstände muss man sich nicht wundern, dass die Kinder auf dem Schulfoto so ernst dreinschauen. Grund war nicht der gestrenge Lehrer und auch nicht die für die damalige Zeit so ungewöhnliche Situation, fotografiert zu werden. Das waren harte Zeiten, an die sich die Ehemaligen in engagierten Gesprächen erinnerten. Aber es gab auch Lustiges zu erzählen und reichlich Grund zum Lachen.

Neugier beim Rundgang durchs Dorf

Und neugierig waren sie, die Ehemaligen, wollten bei einem Rundgang durch das Dorf erfahren, was sich inzwischen alles verändert hat. Hier und da blieb man stehen und zeigte auf ein Fenster: „Da haben wir gewohnt, mit fünf Personen in einem Zimmer. Auf den Wiesen dort oben musste ich die Kühe hüten und mir mein Brot verdienen.“ Sogar die ehemalige Lehrerin, Fräulein Bitkowsky, heute Hannelore Freundner, war von Neckarsulm nach Elsoff gekommen und nahm interessiert am Rundgang durch das Dorf teil.

Bevor sie sich zur späten Heimfahrt mit ihrer Nichte verabschiedete, sangen ihr ihre Ehemaligen im Versammlungslokal Peters noch das Lied vom armen Dorfschulmeisterlein. Der ernste junge Lehrer auf dem Foto, Helmut Gerullis, hatte nicht nur seine i-Männchen zu unterrichten, sondern mehrere Jahrgänge gleichzeitig, wie das damals in sogenannten wenig gegliederten Dorfschulen üblich war.

Und so sind denn auf dem Klassenfoto auch Kinder des zweiten oder dritten Schuljahres zu sehen. Es war erneut ein fröhliches Beisammensein. Und zum 70-Jährigen in drei Jahren wollen die „Schüler“ sich erneut treffen bei „Peresch“ in Elsoff. Die heute 89-jährige Lehrerin Frau Freundner hat sich schon angemeldet, und der 88-jährige Kanadier Gerullis wird wohl wieder eine Mail schicken. So Gott will.