Holzwirtschaft klagt über Gesetze

Wo laufen sie denn? Mit dem Fernglas peilt Minister Garrelt Duin beim Besuch in der Wisent-Wildnisdie Herde an. Die hat es sich unterdessen im Schatten der Bäume gemütlich gemacht – kein Wunder bei der Hitze.
Wo laufen sie denn? Mit dem Fernglas peilt Minister Garrelt Duin beim Besuch in der Wisent-Wildnisdie Herde an. Die hat es sich unterdessen im Schatten der Bäume gemütlich gemacht – kein Wunder bei der Hitze.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Kritik beim Minister-Besuch im Wisent-Gehege kam vom Forstdirektor der Rentkammer. Und Garrelt Duin signalisiert. Ich werde mich in der politischen Debatte darum kümmern.

Bad Berleburg..  Die neuen NRW-Landesgesetze für Jagd, Naturschutz und demnächst auch den Wald – „wir fühlen uns da deutlich eingeschränkt“. Forstdirektor Johannes Röhl von der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer findet beim Besuch von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin in der „Wisent-Wildnis“ klare Worte. Neue Regeln etwa für die heimische Holzwirtschaft „mit grünem und naturschützerischem Anstrich – davor haben wir Angst“, sagt Röhl. Und der Minister? Signalisierte Verständnis, will sich um das Problem kümmern.

Röhl macht klar, dass sich die Rentkammer mit ihren Interessen nicht wirklich von NRW-Umweltminister Johannes Remmel verstanden sehe. Dabei sei gerade die Holzwirtschaft in Wittgenstein eine zentrale Branche. So sorge allein die Rentkammer immerhin für 600 bis 700 Arbeitsplätze. Minister Duin bat dazu um mehr Fakten, er wolle die Anregungen aus Wittgenstein gerne „als Anregung für die politische Debatte“ mitnehmen.

Fuhrmann: Schub für die Ortschaften

Aber der Gast aus Düsseldorf erlebte durchaus auch schöne Momente an diesem Vormittag im Rothaargebirge. „Wir haben auch international unglaublich viel Zuspruch bekommen“, betonte Röhl, als es auf den Rundweg durchs Gehege geht. Das Projekt lebe nicht zuletzt von der Faszination, dass „die Viecher hier irgendwo herumlaufen können“. Und das tut die ausgewilderte der beiden Herden ja auch, während die zweite im rund 20 Hektar großen Gehege laut Röhl ein Ausschnitt der Natur sei, wo man die Tiere auch sehen könne. Garantiert. Noch bekannter werde die „Wildnis“ jetzt wohl auch, so der Forstdirektor – nachdem sich mehrere TV-Teams für Filmprojekte angekündigt hätten.

Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Vorstandsmitglied im Trägerverein „Wisent-Welt Wittgenstein“, spricht bereits von einem „Schub für die Ortschaften“ und ihre Gastronomie.

„Hier finden Sie einen hochindustrialisierten Standort und gleichzeitig ein Kleinod, was Natur und Tourismus angeht“, betonte Frank Bender, Kreisdirektor Siegen-Wittgenstein, die Stärken der Region. Aber nur mit finanzieller Unterstützung durch EU und Land NRW könne die Vermarktung als Naturerlebnis-Region und eine bessere Infrastruktur gelingen. Beispiel Anfahrt Wisent-Wildnis: Die K 42 herauf von Aue-Wingeshausen müsste dringend saniert werden. Das soll laut Landesbetrieb Straßen 2016 auch geschehen.