Holzenergiehof in Vorbereitung - Geschäftsführer gesucht

Industriepark Wittgenstein, Blick auf die beiden RWE-Werke. Die Fläche östlich davon (im Bild oben rechts) wird derzeit für die Erweiterung des RWE-Geländes um einen Holzenergiehof vorbereitet.
Industriepark Wittgenstein, Blick auf die beiden RWE-Werke. Die Fläche östlich davon (im Bild oben rechts) wird derzeit für die Erweiterung des RWE-Geländes um einen Holzenergiehof vorbereitet.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Angeblich soll das Energiehof-Projekt des RWE auf einem Gelände im Industriepark Wittgenstein noch 2015 realisiert werden. Vermarktet werden die Flächen vom Zweckverband Region Wittgenstein, der auch gerade einen neuen Geschäftsführer sucht.

Wittgenstein..  Neuer Geschäftsführer gesucht für den Zweckverband Region Wittgenstein (ZRW) – doch in Erndtebrück haben die Politiker offenbar noch Beratungsbedarf. Die Stelle ist zwar noch nicht ausgeschrieben, Personalkosten für ein halbes Jahr aber im ZRW-Finanzplan für 2015 enthalten – vorsorglich. Ebenfalls verplant: Erlöse aus dem Verkauf einer Fläche, die das RWE schon seit längerem für einen Holzenergiehof im Auge hat.

In Bad Berleburg zum Beispiel steht die politische Entscheidung für eine neue ZRW-Geschäftsführung bereits seit Februar vergangenen Jahres. Basis war damals ein gemeinsamer Vorstoß von CDU und SPD in allen drei Wittgensteiner Kommunen, Organisation und Geschäftsführung des Zweckverbands auf neue Füße zu stellen – schließlich sei die Planungs- und Genehmigungsphase für den Industriepark Wittgenstein bei Schameder inzwischen abgeschlossen. Eigens dafür war der Zweckverband 1997 zunächst gegründet worden.

Die Kooperation mit der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft aus Wiesbaden, derzeit noch für die Geschäftsführung zuständig, soll aufgekündigt werden.

Erndtebrücker Politik zurückhaltend

Im Erndtebrücker Gemeinderat stand das Thema Geschäftsführer zwar ebenfalls im vergangenen Februar auf der Tagesordnung, landete dann auf Antrag der SPD im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. Ein Votum dazu gibt es offenbar bis heute nicht.

Laut Erndtebrücks Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel, derzeit auch ZRW-Verbandsvorsteher, habe seinerzeit bei den beiden großen Parteien noch besagter Informationsbedarf bestanden. Er werde da Thema aber demnächst im Hauptausschuss und im Gemeinderat Erndtebrück nochmals auf die Agenda setzen, verspricht Völkel im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nach Problemen mit einer früheren ZRW-Geschäftsführerin sei man inzwischen vorsichtig geworden, erklärt Erndtebrücks SPD-Fraktionschef Heiko Becker die Zurückhaltung der Politik. Im Übrigen müsse man auch darüber reden, ob ein Geschäftsführer für einen künftigen Zweckverband überhaupt nötig sei, so Becker weiter. Oder ob das der jeweilige Verbandsvorsteher – reihum die Wittgensteiner Bürgermeister – nicht miterledigen könnten. Zugleich müsse die ZRW-Satzung auf dem Prüfstand, die auch das Tätigkeitsprofil des Geschäftsführers definiere. Vielleicht brauche man für die interkommunale Zusammenarbeit ja am Ende auch „eine ganz andere Form“.

Baurecht gilt, Erschließung läuft

Erndtebrücks CDU-Fraktionschef Heinz-Josef Linten hält den neuen Geschäftsführer für unerlässlich. Voraussetzung: Der Kandidat kommt aus der Region und ist hier gut vernetzt. Wie seinerzeit Matthias Heß: Er war 14 Jahre lang „Tourismus-Chef“ im Bad Berleburger Rathaus und dann ZRW-Geschäftsführer. Heute betreut er für die Erndtebrücker Firma „Berge Bau“ große Immobilien-Projekte. Auf diese Weise zeige Wittgenstein, so Linten, dass man es auch selbst könne – und kein Geld für externe Geschäftsführer-Dienstleistungen wie die von der DSK ausgeben müsse.

Was den geplanten Holzenergiehof angeht, gibt der Zweckverband 2015 weiteres Geld zur Erschließung eines Geländes dafür aus. Es liegt östlich der Grundstücke Am Gäuseberg 1 und 3, auf denen das RWE bereits ein Biomasse-Heizkraftwerk und ein Pelletwerk betreibt. Laut ZRW-Finanzplan soll der Holzenergiehof noch in diesem Jahr realisiert werden.

Das Baurecht dafür sei jedenfalls geschaffen, betont Verbandsvorsteher Völkel. Allerdings stünden vertragliche Regelungen zum Projekt noch aus. So müsste RWE noch Grundstücksflächen zukaufen.

Größere Flächen derzeit Mangelware

Generell laufe die Flächen-Vermarktung im Indu-Park übrigens derzeit „gut“, so Völkel. Derzeit habe man Interessenten für weitere rund 14 000 Quadratmeter.

Allerdings könne man trotz Nachfrage derzeit keine zusammenhängenden Flächen zwischen 10 000 und 20 000 Quadratmetern anbieten. Das werde sich ändern, so Völkel, wenn die Wittgensteiner Straße am Sportplatz und mehreren unbebauten Grundstücken vorbei in Richtung Schameder verlängert werde – vielleicht schon ab Herbst.