Hoffnung ruht auf zwei Interessenten
25.03.2010 | 18:00 Uhr 2010-03-25T18:00:00+0100Bad Laasphe. Ob und unter welchen Bedingungen die HGC-Kliniken überleben, entscheidet sich bis Anfang Juli. Die Beschäftigten müssen weiter um ihre Zukunft bangen. Die mit Spannung erwartete Gläubigerversammlung am Mittwochabend konzentrierte sich auf zwei Interessenten.
Neben dem Konzept des derzeitigen Managements, das am Donnerstag vergangener Woche vorgestellt wurde, hat nun auch das Unternehmen Deutsche Klinikunion seinen Hut in den Ring geworfen.
Beide Modelle, so gestern die Kölner Insolvenzverwalterin Dr. Sabine Feuerborn, bedürfen noch der Ausarbeitung. Unklar ist auch, wie das kommende Vierteljahr finanziell überbrückt werden kann. Feuerborn: „Dazu gibt es Verhandlungen.”
Grünes Licht oder Konkurs
Zunächst geht es in der zweiten Aprilhälfte in die entscheidende, erneute Gläubigerversammlung. Dann gilt's: Entweder die Versammlung gibt für eines der beiden Konzepte grünes Licht oder der Konkurs ist Realität.
Inzwischen hat immer mehr Personal die HGC-Kliniken angesichts der prekären Lage verlassen. Damit, so Inhaber Dr. Herberhold und sein Partner Dr. Thiemann, kann entgegen der ursprünglichen Planung fast die gesamte Belegschaft zu den jetzigen Konditionen weiterarbeiten.
Tansfergesellschaft
Die ursprüngliche Idee, alle Mitarbeiter in einer Transfergesellschaft zu parken, kann demnach fallen gelassen werden. Im Moment sieht es so aus, dass lediglich 20 Prozent in einem derartigen Übergangskonstrukt untergebracht werden - sofern sich das Gespann Herberhold/Thiemann zusammen mit den Median-Kliniken und einem weiteren Gesellschafter durchsetzen.
Die Klinikunion, ein noch junges Unternehmen mit Sitz in Bergisch-Gladbach, hat in ihren Überlegungen keine Transfergesellschaft vorgesehen. Wobei indes nicht abzusehen ist, inwieweit einer etwaigen Sanierung der Häuser in Bad Laasphe Personal zum Opfer fällt.
Firmenstrategie
HGC würde übrigens gut in die Firmenstrategie der Bergisch-Gladbacher passen, denen es noch an Reha-Kliniken fehlt.
Neben den Gläubigern müssen auch die involvierte Volksbank Mittelhessen sowie Düsseldorf mit einer Landesbürgschaft mitspielen. Anders, so Dr. Sabine Feuerborn, sei das Projekt nicht zu stemmen.
13:45
@ Albrecht21: Na wenn alles so gut läuft bzw. gut laufen könnte und die schlechte Lage auf die Misswirtschaft eines einzigen Geschäftsführers beruht dann wird es ja kein Problem sein neue Investoren zu finden. Wozu dann die ganze Angst vor einer Schließung? Karl hat vollkommen recht! Bei der Wirtschaftskrise waren auch die bösen Manager die Schuldigen. In Wahrheit war es die konsumsichtige Gesellschaft die fast nur noch auf Pump lebt. Die Schuld für die Wirtschaftskrise trägt damit jeder einzelne!
22:09
Das ist immer gut, wenn sich schnell ein Sündenbock findet. Wo war die Kontrolle? Wer hat alles über die Misswirtschaft hinweggesehen? Kann ein Mann allein ein angeblich gut funktionierendes Unternehmen ruinieren? Auch das gehört zum freien Markt! Wenn der Mitarbeiter sich wie die Made im Speck fühlt, ist alles in Ordnung. Aber wehe, es passiert etwas Unvorhergesehenes - dann werden schnell Unterschriften gesammelt und der Schwarze Peter flux weitergereicht.
20:34
Irrtum, Bernhard1234! Die Kliniken rentieren sich, sobald sie entschuldet sind. Die Lage des Unternehmens, so war heute zu erfahren, beruht hauptsächlich auf der Misswirtschaft eines inzwischen entlassenen Geschäftsführers, gegen den inzwischen wegen Veruntreuung ermittelt wird. Bevor Sie also mit der freien Marktwirtschaft um sich schlagen, sollten Sie sich informieren.
18:40
In der Natur bleiben doch auch die schwächsten auf der Strecke. Das sollte in der Wirtschaft auch so sein. Wenn sich die Klinik nichtmehr rentiert dann muss sie halt schlechtestenfalls zumachen! Wie sagt die FDP so schön: “Die Wirtschaft reguliert sich selbst” Und genau so sollte es auch sein.