Himmlisch…

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“


Ich hab das ja früher ganz gerne geschaut. Auf ZDF, allerdings nicht das Original, sondern Raumschiff Enterprise – das nächste Jahrhundert. Ich fand die Vorstellung einfach spannend, wie es wäre, so durch das All zu reisen und den Himmel zu erkunden. Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.


Aber was ist der Himmel? Äh, ist die Frage nicht falsch? Heißt es nicht eher: Wo ist der Himmel?


Das weiß doch jeder: der Himmel ist oben. Manchmal kann man ihn auch auf Erden finden, aber das ist auch eher eine Ausnahme. Ok, der Himmel ist oben. Aber WAS ist der Himmel? Ein Ort, im Jenseits? Wetterzusammenhänge? Sonne, Mond und Sterne?


Der Himmel, das ist das Haus von Gott! Aber das ist doch die Kirche?! Nein, Gott wohnt im Himmel. Schließlich muss er ja überall sein. Und im Himmel kommt man am besten überall hin. Den gibt es ja schließlich auch überall.


Richte ich den Blick nach oben, dann komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nicht nur nach dem Wetter gucken, sondern ergründen, was der Himmel ist. Allerdings gibt es im Himmel auch kein Fenster, durch das man mal hinein schauen könnte. Dann wüssten wir ja, wie es im Himmel so ist. Wie im Schlaraffenland? Tische, die sich von Essen biegen? Immerhin spricht die Bibel von einem Ort, an dem kein Schmerz, keine Trauer, kein Leid mehr sein wird…Omas tote Katze ist jetzt im Himmel. Im selben Himmel, in dem der Uropa jetzt auch schon ist. So erkläre ich es den Kindern und klammere mich selbst auch daran fest.


Der Himmel ist die Vollkommenheit schlechthin. Da ist alles gut. Aber der Himmel ist ein Ort, an den man in diesem Leben nicht hingelangt. Erst wenn das Ende der Zeiten da ist, dann werden wir in den Genuss kommen. Dann wird alles um uns herum himmlisch, vollkommen sein.


Gut, dass es den Himmel und die Erde gibt. Und gut, dass wir eigentlich in unseren Grenzen bleiben. Wer weiß, ob die Menschen im Jahre 2200 durchs All düsen können und Teil der Planetenkonföderation sind. Wir sind hier unten und der Himmel ist oben. Er lädt uns zum Träumen und zum Hoffen ein. Der Blick nach oben heißt, die Sehnsucht zu fühlen, die sich in mir doch ab und zu regt. Die Sehnsucht nach einer besseren Welt, nach himmlischen Spuren hier unten auf der Erde. So lange der Himmel sich über unsere Welt spannt, soll das Sehnen nicht aufhören. Denn so erfahre ich am liebsten, dass da oben einer ist, der sich das alles so wunderbar ausgedacht hat und der einfach nicht aufhört, himmlisch zu sein.
Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück