Hilflos wirkende Jungvögel nicht gleich aufheben
25.05.2008 | 14:06 Uhr 2008-05-25T14:06:10+0200Wittgenstein. Der Naturschutzbund NABU appelliert an alle Tierfreunde, einsam und hilflos wirkende Jungvögel nicht gleich aufzunehmen, sondern sie an Ort und Stelle zu belassen. ...
... Sobald der Mensch sich entfernt, kümmern sich die Eltern zumeist wieder um den Jungvogel. Der Vogelnachwuchs wagt zurzeit erste Flugversuche. Manchmal geschieht dies nicht ganz freiwillig, zum Beispiel wenn die Geschwister nachhelfen oder der Balanceakt auf dem Nestrand schief geht. Beim NABU häufen sich wieder die Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger, die einen oder gleich mehrere scheinbar verlassene Jungvögel aufgenommen haben.
Viele Menschen möchten wohlmeinend helfen, bewirken dabei jedoch häufig das Gegenteil. "Der Schein trügt häufig", weiß Thomas Müsse, Vogelexperte beim NABU Siegen-Wittgenstein. Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet sei. "Die unerfahrenen und im Fliegen noch etwas ungeübten ,Nestflüchter' sitzen dann im halbhohen Geäst oder auf dem Boden. Mit Bettellauten rufen die Kleinen nach ihren Eltern, die sie auch außerhalb des Nestes versorgen", erklärt Thomas Müsse.
Lediglich wenn Gefahr im Verzug sei, wenn Jungtiere auf der Straße säßen oder sich ihnen Hauskatzen näherten, sollte man eingreifen und die Jungtiere an einem geschützten Ort nicht zu weit vom Fundort entfernt wieder absetzen. Dabei könne man Jungvögel ohne Probleme berühren, da der Geruchssinn bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren nur sehr gering ausgeprägt sei. Deswegen könne man auch noch jüngere, nackte Vogelkinder einfach wieder in ihr Nest zurücklegen. - Die beste Hilfe für Tierkinder sei immer noch ein lebensfreundliches, also naturnahes Umfeld, in dem sie auch bei ihren ersten Ausflügen ausreichend Schutz finden würden.
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