Hilfe, die von Dauer ist

Nach Mexiko und vor Yukon hat Aurèle Haupt einen Verein gegründet. „Linaria“ heißt er, für nachhaltiges Bauen steht er. Robin, Jannis und Nils, der verhinderte Goldgräber, sind Gründungsmitglieder. Haupt nutzte ein Zeitfenster in Deutschland, um die nötigen Formalitäten zu erledigen. Während er in Mexiko einen Solar-Kollektor entwarf, dessen Baukosten vor Ort günstige 280 Euro betrugen, reifte in ihm ein Gedanke: Fundraising, das Generieren von Geld für den guten Zweck. Die Gemeinnützigkeit, die ihn antreibt, ist eben effektiver über das Kürzel „e.V.“. Das war Ende 2012.

Aurèle Haupt hat auch Öfen in Kenia gebaut. Kleine, für den Hausgebrauch in Lehmhütten, und solche, die Kessel beheizen, die 150 Liter fassen und ganze Schulklassen satt machen. Die mit der Hälfte des sonst benötigten Holz arbeiten und den kenianischen Koch weniger durch Rauch bedingten Schadstoffen aussetzen.

Regelmäßiges Feedback

Seine Arbeit ist „non profit“, was an Spendengeldern reinkommt, geht raus in neue Projekte. Sofern es das vorausgegangene überhaupt deckt. Mehr noch: Er teilt seine Expertise, klärt auf, verfasst Bauanleitungen, dokumentiert jeden Schritt. Seine Freunde helfen bei Übersetzungsarbeiten. Haupt sagt: „Ich will mein Wissen weitergeben statt ihm Patente aufzudrücken.“ Bei linaria-ev.de findet Austausch statt, Haupt erhält in regelmäßigen Abständen Rückmeldung. „Das ist schon was“, findet der 28-Jährige, wenn er erfährt, dass seine Sonnensammler und Öfen auch nach mehr als zwei Jahren noch einwandfrei funktionieren. Wenn „nachhaltig“ wirklich nachhaltig ist.

„Linaria“ ist übrigens in erster Linie ein fantastisches Wort, ein sprachliches Konstrukt, erklärt Haupt. Es kam ihm bei einem Aufenthalt in Lateinamerika in den Sinn. L(ate)INA(me)RI(k)A. Die Linaria ist zufällig aber auch eine Pflanzengattung, das Leinkraut. Ihr wird ein Attribut zugeschrieben: ausdauernd.