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Pfingstübung Feuerwehr Girkhausen
Pfingstübung Feuerwehr Girkhausen
Foto: WP

Girkhausen..  Sirenengeheul um Punkt 8 Uhr in Girkhausen. Nur kurze Zeit später ertönt das Martinshorn und Feuerwehren unterschiedlicher Löschgruppen eilen zum Einsatzort auf das verqualmte Gelände der Firma Holz Harth. Wenn da nicht der Duft nach Erbsensuppe und die vielen Zuschauer wären, die bereits vor dem Ertönen der Sirene am Zaun zum Gelände standen, hätte man glatt denken können, dass es sich um einen Realeinsatz handelt. Die Organisatoren der Feuerwehr Girkhausen hatten sich auch in diesem Jahr wieder große Mühe zur Ausrichtung der Pfingstübung gegeben. Traditionell findet in Girkhausen am Morgen des zweiten Pfingsttages eine solche Feuerwehrübung statt.

Diesmal schrieb das Übungsdrehbuch, dass es zu einer Verpuffung in einer Sägehalle gekommen war und sich Feuer über das Rohrsystem bis zum Spänebunker ausgebreitet hatte. Durch die Verpuffung wurden mehrere Mitarbeiter der Firma – dargestellt durch Kinder der Jugendfeuerwehr – in der Sägehalle vermisst. Außerdem befand sich ein Arbeiter einer externen Firma zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Spänebunker, der vor den Flammen gerettet werden musste.

Neun Löschgruppen

Die Feuerwehren aus Girkhausen, Schwarzenau, Berghausen, Dotzlar, Bad Laasphe, Hemschlar, Schüllar-Wemlighausen, Neuastenberg und Langewiese nahmen an der Übung teil. An oberster Stelle stand die Menschenrettung und die vielen, trotz regnerischen Wetters eingetroffenen Girkhäuser Bewohner konnten sich ein Bild davon machen, welche Möglichkeiten die Feuerwehr hat, Menschenleben zu retten. Da gab es zum einen den schweren Atemschutz, mit dem die Kameraden der Gastgeber in die durch eine Nebelmaschine verqualmte Sägehalle vorgingen, während andere dort den Brandschutz sicherstellten. Zum anderen war dafür aber auch Kraft eines jeden einzelnen Feuerwehrmannes erforderlich, da die Verletzten nicht mehr laufen konnten und getragen werden mussten. Eine weitere, eindrucksvolle Möglichkeit der Menschenrettung demonstrierten die Löschgruppen Berghausen und Dotzlar: Mittels spezieller Abseiltechnik der Absturzsicherung wurde ein Patient mit der Trage vom Spänebunker abgeseilt.

Ansonsten nahen die Wasserversorgung und die eigentliche Brandbekämpfung mit verschiedenen Techniken einen großen Stellenwert bei der Übung ein. Dazu gehörten die Wasserentnahme aus der Odeborn ebenso, wie das Verlegen der Schlauchleitungen und die Förderung des Löschwassers bis zur eigentlichen Brandbekämpfung.

Bürger kritisieren stillen Alarm

Mit großem Interesse verfolgten die Girkhäuser Bürger die Übung der Feuerwehr und fühlten sich direkt zu Beginn an alte Zeiten erinnert, als die immer im Dorf stehende Sirene ertönte. Einige Bürger brachten ihr Bedauern zum Ausdruck, dass die Sirenen im Einsatzfall nicht mehr ertönen, konnte man doch in so einem Fall die Feuerwehr gegebenenfalls mit Wasserfässern oder der Zubereitung von Verpflegung sofort unterstützen. Auch bei vielen Feuerwehrleuten bedauerte man die vor einigen Jahren realisierte Sirenenabschaltung: „Wenn früher die Sirene ging, wussten alle, dass gleich die Feuerwehr ausrückt. Da waren alle auf dem Bürgersteig und die Straßen waren frei. Bei der heutigen stillen Alarmierung sind sowohl Anfahrten zum Gerätehaus, als auch die Alarmfahrt durch das Fehlen der Vorwarnung deutlich risikoreicher“, erklärten die Feuerwehrleute. Die Kameraden des Hochsauerlandkreises kennen diese Problematik übrigens nicht: Kurz hinter der Kreisgrenze gehen die Sirenen beim Feuerwehreinsatz nach wie vor.