Hesselbach muss 30er-Zone werden

Die K 36 das Dorf hinunter ist eng und steil. Hier gilt zwar schon Tempo 30, aber gerast wird laut Ortsvorsteher dennoch. Er fordert nun eine Tempo-30-Zone für das gesamte Dorf - samt der K 37, die aus Richtung Breidenbach kommt.
Die K 36 das Dorf hinunter ist eng und steil. Hier gilt zwar schon Tempo 30, aber gerast wird laut Ortsvorsteher dennoch. Er fordert nun eine Tempo-30-Zone für das gesamte Dorf - samt der K 37, die aus Richtung Breidenbach kommt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Hesselbacher sind erbost über Raser und dicke Lkw auf den beiden Kreisstraßen 36 und 37 durch ihr Dorf. Ortsvorsteher Jürgen Tang fordert nun endlich wirksame Abhilfe.

Hesselbach..  Das Dorf Hesselbach, bald eine einzige Tempo-30-Zone? Das wäre schon nötig, findet Ortsvorsteher Jürgen Tang. Schließlich seien auf den beiden Kreisstraßen 36 und 37 durch den 600-Einwohner-Ort ständig irgendwelche Raser unterwegs, ärgert er sich. Oft auch dicke, auswärtige Lkw, deren Fahrer offenbar durch das eigene Navigationsgerät über die enge und steile K 36 das Dorf hinunter „fehlgeleitet“ worden sind. Doch da habe sich bislang ja leider noch nichts getan, bedauert Tang im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hoffnung, dass es zumindest ein wenig besser wird, macht unterdessen Eberhard Zimmerschied vom Landesbetrieb Straßenbau NRW: Für die Bad Laaspher Seite der K 36 sei jedenfalls ein Zusatzschild bestellt, das Lkw-Fahrern vor dem Anstieg hinauf zum Spreitzkopf signalisiert: „Hier letzte Wendemöglichkeit.“ Montiert werde es dann wohl in ein paar Wochen. Die Zusatztafel würde dann das Schild mit der 3,5-Tonnen-Beschränkung für die Strecke ergänzen.

Darüber hinaus ganz Hesselbach zur Tempo-30-Zone zu machen, hält Zimmerschied allerdings für überzogen. In der engen, kurvigen und verwinkelten Ortsdurchfahrt könne man ohnehin „nicht schneller als 30 fahren", weiß er aus eigener Erfahrung. Überdies sei eine zusammenhängende große Zone laut Straßenverkehrsordnung vor Ort wohl gar nicht möglich – allenfalls die üblichen runden Tempo-30-Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber das wäre aus Sicht der Bewohner auch schon ein Fortschritt.

Als „Rennstrecke“ missbraucht

Für Ortsvorsteher Tang bleibt die Lage im Dorf ohne große Zone oder mehr Limit jedenfalls kritisch. „Die Anlieger der Hesselbacher Straße beschweren sich, dass Autofahrer die als Rennstrecke missbrauchen“, berichtet er. Sogar ganze Lastzüge mit einem Gesamtgewicht weit jenseits der erlaubten 3,5 Tonnen seien hier öfters unterwegs. Und dann die Lkws hinauf zu den Standorten für die Windräder, von denen ja derzeit noch zwei weitere gebaut würden – kurzum: Die Anwohner seien „erbost“, so Tang. Und er bleibt dabei: Dieser Verkehr könne nur durch Tempo 30 wirksam eingebremst werden.

Stichwort Raser: Wie sieht es hier eigentlich mit Radarkontrollen in Hesselbach aus? Natürlich habe die Polizei in der Ortsdurchfahrt auch schon einmal gemessen, sagt Jürgen Tang. Doch einen Anlass für die geforderte 30er-Zone sehe die Behörde offenbar nicht, bedauert er.

Kreis will nun erneut messen

Nun möchte aber der Kreis Siegen-Wittgenstein als Straßenverkehrsbehörde aktiv werden: „Wir wollen unser Tempoinfo-Messgerät einsetzen“, kündigt Kreis-Pressesprecher Torsten Manges zumindest mit Blick auf die gefährlich enge und steile K 36 an. Denn hier liege ein Bürger-Antrag vor, aus dem hervorgehe, dass dort das Limit nicht eingehalten werde. Hier gilt Tempo 30 nämlich schon – im Rahmen einer Zone. Sollten die Aufzeichnungen des Messgerätes die Befürchtungen der Bürger bestätigen, müsse man sich natürlich Gedanken machen, so Manges, wie hier Abhilfe geschaffen werden könne.