Helios-Klinik klärt über Hämorrhoiden auf

Bad Berleburg..  Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gesund in Wittgenstein“ spricht Dr. Oyais am 29. ­April über ein Tabuthema: das so genannte Hämorrhoidalleiden. Erkrankungen im Enddarmbereich werden aus Scham häufig verschwiegen und ausgesessen – und dass, obwohl die Patienten unter großen Schmerzen leiden. Diesen Hemmungen zu begegnen und Hämorrhoidalleiden als Krankheit einzuordnen, ist das Ziel des Vortrags, der um 18 Uhr im Konferenzsaal der Helios-Klinik Bad Berleburg stattfindet.

Angst und Scham

Angst und Scham verhindern oder verzögern gerade bei Beschwerden im Enddarmbereich oft den notwendigen Arztbesuch. Patienten, die Probleme beim Stuhlgang haben, die ein unangenehmes Nässen, Jucken oder Brennen in der Afterregion verspüren, gehen erst dann zum Arzt, wenn sie sinnbildlich nicht mehr auf ihren vier Buchstaben sitzen können. Dabei ist ein Proktologe Routinier: „Der menschliche Körper kann praktisch an jeder Stelle krank werden. Wichtig ist, dass er bei jedem Leiden schnelle Hilfe erfährt“, erklärt Dr. Oyais, Oberarzt der Abteilung für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie. Auch die Hämorrhoiden, Gefäßpolster aus Arterien und Venen, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut angeordnet sind, können sich entzünden. Jeder Mensch trägt sie in sich. Sie dienen im Enddarm zusammen mit dem Schließmuskel als Blockade, die ein unkontrolliertes Austreten des Stuhls verhindert. Die Ursachen, warum Hämorrhoiden im Darm nach unten rutschen und sich entzünden, sind bislang nicht endgültig geklärt. Dennoch leidet beinahe jeder 2. Mensch über 50 unter einem Hämorrhoidalleiden unterschiedlicher Ausprägung.

Häufig stellt ein Patient aufgrund der Symptome eine eigene Diagnose – und behandelt diese mit Hausmitteln oder Cremes aus der Apotheke. „Dabei können auch ernste Erkrankungen in der Enddarmregion ähnliche Symptome haben, wie Hämorrhoiden“, weiß der Chirurg. Das sollte man unbedingt abklären lassen.“ Ist die Diagnose erst gesichert, können Hämorrhoidalleiden meist schnell und schmerzfrei behoben werden. „Wir setzen unterschiedliche Verfahren zur Behandlung ein.

Dazu zählt zum Beispiel. eine medikamentöse Therapie sowie das Veröden oder eine operative Entfernung. Abhängig ist das immer vom Schweregrad der Erkrankung.“ Meist sind die Eingriffe unkompliziert; rund einen Tag verbringt der Patient dann im Krankenhaus und darf schon am nächsten Tag zurück nach Hause. „Würden die Patienten früh zu uns kommen, könnten wir Ihnen schneller und meist schonender helfen. Oft zögern sie sehr lange, haben lästige und quälende Schmerzen.“

Heilungschancen

Die Gelegenheit sich zu informieren und erste Fragen zu stellen, haben Interessenten am 29. April: Dr. Oyais erklärt, was Hämorrhoidalleiden sind, wie sie entstehen und wie sie sich bemerkbar machen. Er erläutert zudem, wie eine Untersuchung abläuft, welche Therapieverfahren möglich sind und gibt einen Ausblick auf die Heilungschancen sowie auf das, was Betroffene präventiv für sich tun können.