Heimat bewahren und begreifbar machen

Eine große Zahl an Besuchern nutzte die Gelegenheit, dem Heimatmuseum Banfetal zum 50. Geburtstag zu gratulieren.
Eine große Zahl an Besuchern nutzte die Gelegenheit, dem Heimatmuseum Banfetal zum 50. Geburtstag zu gratulieren.
Foto: WP

Banfe..  „Heimat“ – nur ein zuckersüßer Kitschausdruck für Oma und Opa, besetzt mit Bildern von der Heuernte und Sonntagstracht? Etwas für ewig Gestrige? Von wegen! Überall begegnet man diesem Begriff. Nicht nur junge Musiker und Literaten setzen sich in ihren Texten mit dem Thema auseinander. Heimat erlebt eine Renaissance als Gegenentwicklung zur Globalisierung und Internationalität.

Um Heimat- und Kulturgeschichte vergangener Tage in Erinnerung zu behalten und Alteingesessenen wie Neubürgern begreifbar zu machen, braucht es jedoch Stätten, an denen Historisches dokumentiert und nachfolgenden Generationen präsentiert wird. Als Musterbeispiel für einen gelungenen Aufbewahrungsort darf das in einem bäuerlichen Fachwerkhaus aus dem Jahr 1793 und einigen Nebengebäuden untergebrachte Heimatmuseum Banfetal gelten, das 1965 von Werner Schmidt (gleichzeitig für 21 Jahre Leiter der Einrichtung) gegründet wurde.

Festakt mit Gesang

Von ihm übernahm 1986 Eckhard Linke die Leitung des Museums, das in der Trägerschaft der Stadt Bad Laasphe und der Wanderfreunde Banfetal steht.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens hatte das Heimatmuseum am Sonntag zu einer gut besuchten Jubiläumsfeier eingeladen. In einem Festakt, den Liedvorträge von Frauenchor und MGV Banfe umrahmten, wurde von Museumsleiter Eckhard Linke an das fünf Jahrzehnte dauernde Engagement freiwilliger Helfer und der stetigen Weiterentwicklung des Museumsangebots erinnert: „Heute ist ein wahrlich stolzer Tag für unsere Region.“

Landrat Andreas Müller bedankte sich für die große ehrenamtliche Leistung, Matthias Schmidt (Vorsitzender der Wander- & Heimatfreude Banfetal, Ortsvorsteherin Elfi Hassler und Bad Laasphes stellv Bürgermeisterin Christel Rother sprachen in ihren Grußworten vom unschätzbaren Wert der Einrichtung für die Allgemeinheit. Musikalische Akzente der Feierstunde setzten außerdem der Gesangverein Sangeslust Herbertshausen/Laaspherhütte und der Spielmannszug Banfetal.

Dass das Heimatmuseum eine Erfolgsgeschichte ist, lässt sich ohne Übertreibung feststellen. „Es war und ist aber kein Selbstläufer“, wissen Museumsleiter Eckhard Linke und sein Team, das aktuell aus 14 Helfern besteht, aus eigener Erfahrung. In der Tat stecken Zehntausende von Stunden ehrenamtlicher Arbeit in diesem touristischen Aushängeschild der Stadt Bad Laasphe. Und dass sie in der Lage sind, in schwierigen Situationen bei Bedarf dicke Bretter zu bohren, haben die Macher in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Auch im Vorfeld des Jubiläums wurden wieder die Ärmel hochgekrempelt und mancher Schweißtropfen vergossen, um die Vergangenheit Wittgensteins lebendig zu halten.