Das aktuelle Wetter Bad Berleburg 15°C
Pestizid-Einsatz

Halter wirft Bad Laasphe vor, seinen Hund vergiftet zu haben

14.08.2012 | 10:00 Uhr
Halter wirft Bad Laasphe vor, seinen Hund vergiftet zu haben
Auf Wegen werden Pestizide häufig benutzt. In Bad Laasphe nun auch an den Wegesrändern.

Bad Laasphe.   Der Einsatz von Pestiziden geht zwar schnell, doch die Bürger in Bad Laasphe sind beunruhigt: Ist der Einsatz von "Planta Clean 360" an den Wegesrändern im Stadtgarten und im Kurpark Schuld daran, dass einige Hunde jetzt unter Durchfall leiden? Der BUND vermutet einen Zusammenhang.

Adrett sieht anders aus. An den Wegesrändern im Stadtgarten und im Kurpark zeugen nur noch braune Halme von einstiger Vegetation. Und auch am Tretbecken ist die Dürre eingetreten. „Planta Clean 360“ hat zugeschlagen.

Der Einsatz des Herbizids mit dem Wirkstoff Glyphosat nicht nur auf Wegen, sondern auch auf Seitenstreifen reduziert zwar die Einsatzzeiten beim Bauhof, sorgt aber auch für Besorgnis bei Bürgern. Ist das Gift wirklich unbedenklich für Mensch und Tier?

Daran zweifelt zumindest ein Hundebesitzer, der sich bei der Heimatzeitung meldete und dessen These durch Aussagen des Experten für Pflanzenschutzmitteleinsatz des BUND gestärkt wird. „Nachdem die Stadt überall gespritzt hat, hatte mein Hund plötzlich Durchfall und war völlig schlapp“, schilderte er die Erkrankung des Vierbeiners, mit dem er seine Runde in der Regel dort dreht, wo jetzt nur noch braune Halme vom einstigen Wachstum zeugen.

Studien zeigen Schäden bei Mensch und Tieren

Tatsächlich wissen Hundebesitzer, dass ihre Vierbeiner zur Regulierung des Darmhaushaltes gern mal einen Grashalm fressen. Einen Zusammenhang könnte man zumindest vermuten. Thomas Brückmann vom BUND: „Glyphosat steht unter dem Verdacht der Wirkung auf die Darmflora.“ Studien zeigten Schäden bei Mensch und Tier, die durch den Einsatz des meist verwendeten Pestizids in Deutschland verursacht sein sollen. Unabhängig davon darf es nur dort eingesetzt werden, wo es nicht in Gewässer eindringen kann.

Den Einsatz des Totalherbizids sieht Klaus Pankalla, in dessen Verantwortlichkeit als Leiter des Hoch- und Tiefbauamts auch der Bauhof fällt, nicht grundsätzlich als gefährlich an: „Das ist bei anderen Kommunen ja auch im Einsatz.“ Auf wassergebundenen Plätzen und Wegen sei es immer schon verwendet worden. An Wegesrändern werde es nun gespritzt, um den Aufwand für Pflegemaßnahmen in vertretbarem Zeitrahmen zu halten. „Wir sind von Bürgern angesprochen worden, dass es an einigen Stellen so ungepflegt aussehe.“ Natürlich könne man das wie daheim auch mit einem Fadenschneider in Ordnung bringen. Aber dafür fehle es an Personal. Man komme mit den Pflegemaßnahmen in der Stadt kaum nach.

Künftig wird Herbizid auch nicht mehr rund um Parkbänke angewandt

Im Banfetal sei noch nicht gemäht, in Feudingen, wo früher allein drei Kräfte des Bauhofs stationiert waren, ist derzeit nur noch ein Mitarbeiter verfügbar. „Einer allein macht natürlich keinen Sinn.“ Deshalb sei der jetzt in das kernstädtische Team integriert worden, das dann auch in Feudingen zum Einsatz kommen soll. „Und die Ortsvorsteher beschweren sich, dass die Spielplätze zuwachsen.“

Dort allerdings soll „Planta Clean 360“ nicht zum Einsatz kommen. Und auch rund um eine Parkbank wird, wie jetzt geschehen, das Herbizid wohl nicht mehr angewandt. Pankalla: „Das sollte so nicht passieren.“

Karl-Peter Rasche



Kommentare
Aus dem Ressort
Flüchtlinge immer seltener willkommen
Notunterkunft
Gerüchte und Hörensagen schüren offenbar die Ablehnung von Flüchtlingen in der Bevölkerung. Doch die Präsenz von Sicherheitskräften bedeutet eben nicht unbedingt ein erhöhtes Gefährdungspotenzial. Zugleich nimmt man im Bad Berleburger Rathaus die Ängste der Bürger weiterhin ernst.
Berghausen: Fahrer rauscht an wartenden Schülern vorbei
Bus & Bahn
Ein „einmaliges Versehen“, heißt es beim Busunternehmen BRS. Allerdings sei es auch gar nicht so einfach, so BRS-Netzmanager Thomas Frank, dem steigenden Bedarf beim Schulbus-Verkehr nachzukommen. So kurz nach dem Start ins neue Schuljahr müsse sich das auch erst „einspielen“, heißt es dazu aus der...
Bewerbungsziel: In Netzwerken denken – für die Region
Dorfentwicklung
Start frei zur zweiten öffentlichen Workshop-Runde für die Bewerbung um Fördergelder aus dem sogenannten LEADER-Programm – diesmal in der Caféteria des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, diesmal zum Themenkomplex „Nahversorgung, Mobilität und aktive Bürgerschaften“.
13 Kulturinteressierte gründen Amateurbühne Bad Laasphe
Vereinsleben
Erst kürzlich hat sich der Ortsverband Bad Laasphe-Banfe des Bundes der Vertriebenen (BdV) aufgelöst. Und was wird nun mit der Theaterarbeit unter dem Dach des BdV? Die Akteure wollen auf jeden Fall weitermachen – und tun dies nun in eigener Regie.
Gemeinde bietet Birkelbacher Schule weit über Wert an
Immobilien-Markt
Mit rund 900 000 Euro ist die leer stehende Grundschule Birkelbach nach Informationen unserer Zeitung im Anlagevermögen der Gemeinde Erndtebrück als Eigentümer verbucht – offenbar zu teuer für interessierte Investoren. Die CDU fordert jetzt, den wahren Verkehrswert zu ermitteln.
Fotos und Videos
Wittgensteins schönste Seiten 30
Bildgalerie
Leserfoto-Aktion
Gestürzter Kletterer schwer verletzt
Bildgalerie
Kletterunfall
Streetbob-Spektakel in Winterberg
Bildgalerie
Streetbob-WM