Haftstrafe für Berleburger wegen häuslicher Gewalt

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27-Jähriger misshandelt seine Ehefrau vor den eigenen Kindern: Zehn Monate auf Bewährung

Bad Berleburg..  Bewährungsstrafe nach häuslicher Gewalt: Wegen schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung sowie eines Verstoßes gegen das Waffengesetz hat das Amtsgericht Bad Berleburg einen 27-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten und 14 Tagen, ausgesetzt zu dreijähriger Bewährung, und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Der Berleburger hatte seine Ehefrau im August des vergangenen Jahres schwer misshandelt und ihr ein Schädel-Hirn-Trauma sowie eine Fraktur der Augenhöhle zugefügt. Während der Hauptverhandlung wurden weitere Details der Misshandlungen bekannt.

Fausthiebe ins Gesicht

Nach einem Familienbesuch und einem Treffen mit einem Bekannten zog der alkoholisierte Berleburger seine 26-jährige Ehefrau an den Haaren vom Balkon in die gemeinsame Wohnung, zudem schlug er sie in die Rippengegend. Wie die Geschädigte bei der Vernehmung aussagte, war sie bereits seit Jahren Opfer regelmäßiger häuslicher Gewalt. Die Schläge in die Rippen seien daher gezielt auf ältere Verletzungen in dieser Körperregion ausgeführt worden. Dann eskalierte die Situation: Der Verurteilte traf seine Frau mit mehreren Fausthieben am Kopf und im Gesicht - während diese den gemeinsamen, etwa einjährigen Sohn im Arm hielt und im Beisein ihrer Tochter, die vier Tage später eingeschult werden sollte. Ein Nachbar alarmierte daraufhin die Polizei, die beim Begehen der Wohnung das Opfer blutüberströmt im Kinderzimmer auffand und zudem ein Nunchaku - eine Schlagwaffe - sicherstellte. Diese habe der Täter selbst gefertigt und vor seinem Umzug nach Deutschland in seinem Herkunftsland gewerbsmäßig verkauft.

Der 27-Jährige räumte die Schläge ein, allerdings mit der Begründung, aus Notwehr gehandelt zu haben. Seine Ehefrau soll ihn gebissen haben, erst darauf hin habe er sich genötigt gesehen, derart zu reagieren. Ein ärztliches Attest, das vier Tage nach dem Vorfall angefertigt wurde, belegt Bissspuren am Handgelenk und im Brustbereich. Die Geschädigte konnte nicht ausschließen, die Verursacherin der Bissspuren zu sein, dies sei aber auf keinen Fall Auslöser des Übergriffs gewesen. Der Richter und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft schlossen sich dieser Argumentation vorbehaltlos an. Die Staatsanwältin betonte, dass lediglich die anschließende, stationäre Drogen- und Alkoholtherapie den nicht vorbestraften Verurteilten vor einer sofortigen Freiheitsstrafe bewahrt habe.