Händler spüren Aufwind in Bad Berleburg

Ist der Wochenmarkt noch ein Magnet in Bad Berleburg? Wie kann er attraktiver gestaltet werden? Kunden und Händler sagen: Es geht aufwärts.
Ist der Wochenmarkt noch ein Magnet in Bad Berleburg? Wie kann er attraktiver gestaltet werden? Kunden und Händler sagen: Es geht aufwärts.
Foto: WP

Bad Berleburg..  Mit der aktuellen Situation auf dem Berleburger Wochenmarkt sind Händler und Kunden gleichermaßen unzufrieden. Das geht aus einer von der Stadtverwaltung durchgeführten Befragung hervor. Lohnt sich der Betrieb, von dem der Stadthaushalt jährlich mit höchstens 5 000 Euro profitiert, überhaupt noch? Ja, wir wollen es probieren – das ist der Tenor der nach einer umfangreichen Analyse zu der im Ordnungsamt aufbereiteten Verwaltungsvorlage.

Von 4 auf 14 Händler aufgestockt

Beim aktuellen Besuch unserer Zeitung am Mittwochnachmittag auf dem Marktplatz sind sich die Händler einig: „Es geht wieder richtig aufwärts, seitdem der Vorgänger des heutigen Marktbetreibers Küppers nicht mehr hier ist“, blickt der zurzeit „kommissarische Chef des Marktes“, Willy Doury, optimistisch in die Zukunft. „Wir waren runter auf vier Kollegen, heute sind’s 14“, blickt er in die Runde vorm Bürgerhaus und meint: „Das ist doch schon was!“

Aber ist allein die Anzahl der Händler ausschlaggebend oder spielt auch die angebotene Ware eine Rolle? „Spargel-Willy,“ der im Winter und momentan noch als „Mandarinen-Willy unterwegs ist, kündigt noch den „Vishandel“ von André an. Er ist gerade noch unterwegs vom Markt in Medebach an die Odeborn. „Mit Frischfisch und Bratfisch lockt der Holländer neue Kunden hierher“, hat Willy festgestellt. Auch die Gewürze von Katharina Willmes aus Schmallenberg haben zur Belebung des Geschehens beigetragen. Generell seien es die Angebote von Brot aus Raumland, Fleisch und Wurst aus Hesselbach und – ganz klar – die Bioprodukte aus der Gärtnerei am Leisebach aus Beddelhausen, die eine feste und, laut Spargel-Willy (58), stetig wachsende Stammkundschaft anziehen. „Möglich, dass das demnächst auch für einen Geflügelhändler interessant wird“, hofft der 58-Jährige.

Beständigkeit erzielen

Willy Doury kann sich einerseits durchaus vorstellen, selbst als eventueller Marktbetreiber in Gespräche der Stadt zu kommen. Die jetzige Standgebühr von 10 Euro sei „akzeptabel und in der Region üblich. Aber es müsste vielleicht mehr Werbung gemacht werden, um neue Besucher hierhin zu holen.“ Doch das sei wohl schwieriger geworden, seitdem „der 1-A-Markt geschlossen wurde, die meisten Pensionen leer stehen, weil „kein einziger Kurgast mehr in Bad Berleburg ist.“

Um den Wochenmarkt für Bürger und Besucher der Stadt attraktiver zu gestalten, ist die Stadt Bad Berleburg bereit, finanzielle Einbußen hinzunehmen. Das wäre der Fall, wenn als Betreiber eine professionelle Gesellschaft -- im Gespräch ist die Marktgilde eG – künftig die Verantwortung übernehmen würde. Davon verspricht sich die Stadt „eine gewisse Beständigkeit“ der Einrichtung.

Eine räumliche Verlegung kommt eher nicht in Betracht. Entsprechende Anfragen nach der Parkplatznutzung bei den Supermärkten Rewe und Hit am Nordknoten endeten laut Vorlage mit dem Ergebnis „... zur Kooperation nicht bereit“.