Gute Zukunftsaussichten durch die Jugend

Erich Horchler (rechts) erläutert der Bewertungskommission in der Alten Schule die Zusammensetzung des Ortes und seiner Vereine.
Erich Horchler (rechts) erläutert der Bewertungskommission in der Alten Schule die Zusammensetzung des Ortes und seiner Vereine.
Foto: Lars-Peter Dickel

Feudingen..  So viele und hochrangige Gratulanten hat Ann-Katrin Hofius sicher selten. Aber neben vielen Menschen aus ihrem Heimatdorf Feudingen, dem Ortsvorsteher Werner Treude, Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann und Landrat Andreas Müller kam gleich auch die gesamte Jury des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, um der 15-jährigen an ihrem gestrigen Geburtstag zu gratulieren.

Mit einem Ständchen fing die zweistündige Präsentation des Golddorfes Feudingen im Landeswettbewerb an. Am Ende der sicher viel zu kurz bemessenen zwei Stunden folgte Applaus in der Evangelischen Kirche und eine erneute Gratulation der Kommissions-Vorsitzenden Annegret Dedden. Die galt dem Dorf und seinen vielen Aktivposten, aber sie galt vor allem auch „zwei vielversprechenden Moderationstalenten“. Gemeint waren Ann-Katrin Hofius und Jan-Philipp Horchler. Die beiden 15-Jährigen führten die Bewertungskommission absolut souverän, charmant und voller Begeisterung für ihr Dorf durch das Programm. Die Idee war eindeutig: „Was soll ich Auslaufmodell denn noch erzählen“, hatte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Hans-Herman Weber schon im Vorfeld selbstironisch angemerkt und klar gemacht: „Es geht um die Zukunft. Und die Jugend ist unsere Zukunft“.

Dass die beiden Jugendlichen am Mikrofon für Feudingen kein Einzelfall sind, ließ auch Pfarrer Oliver Lehnsdorf am Rande der Bereisung im Gespräch mit der Heimatzeitung durchblicken: „Wir haben da eine ganze Generation solcher talentierter junger Leute“. Glückliches Feudingen!

Aber zurück zum Programm. Ann-Katrin Hofius erläuterte, warum der an Fläche und Einwohnerzahl größte Ortsteil Laasphes zukunftsträchtig ist: „Er ist das Versorgungszentrum für 5000 Menschen im Oberen Lahntal“. Das entspricht einem guten Drittel Bad Laasphes. Grundschule, Ärzte, Apotheken und Geschäfte sind das Pfund, mit dem der Ort wuchern kann. Seine 29 Vereine pflegen ein gutes Miteinander auch über Ortsgrenzen hinaus und Feudingen bietet eben auch viele Arbeitsplätze.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, wie Hotelier Karin Rothenpieler-Müller stellvertretend für die Beherbergungsbetriebe berichtet: „Wir haben vier Hotels mit 130 Zimmern, 130 Mitarbeitern und etwa 240 Betten. Feudingen zählt 37 000 Übernachtungen pro Jahr.“ Das entspreche einer Wirtschaftskraft von fünf Millionen Euro. Am meisten zieht es Gäste wegen der Natur und dem naturnahen Tourismus in die Region. Radfahrer auf dem Lahnradweg und Wander sowie Kurgäste sind die Klientel. Mit dieser beeindruckenden Bilanz hofft Feudingen auf einen Sonderpreis im Bereich Tourismus des Wettbewerbs.

Wie gut das Miteinander der Bürger und Vereine ist, zeigt auch Christian Knoche von der Dorfjugend. Seine Jungs und Mädchen packen da mit an, wo Not am Mann ist. Zum Beispiel wenn ein Wanderweg oder eine Ruhebank freigeschnitten werden müssen. Das Engagement der Jugend stimmt also optimistisch für die Zukunft. So gesehen, kann Ann-Katrin Hofius ihre Gratulation stellvertretend für alle annehmen.