Grüne Riesen aus Aue heiß begehrt
27.07.2007 | 02:28 Uhr 2007-07-27T02:28:25+0200Aue. (wp) Meterhoch türmt sich der grüne Koloss auf. Ein Fließband schiebt kontinuierlich massive Baumstämme in den Rachen der riesigen Maschine. Auf der Rückseite werden die Stämme als feinsäuberlich geschnittene Platten wieder ausgespuckt. Der Herr die
Seit mittlerweile 25 Jahren gibt es SAB. Die drei Buchstaben stehen für "Sägetechnologie aus Bad Berleburg". Und seit 25 Jahren leitet Heinrich Fischer die Geschicke des Unternehmens, das er am 23. Juli 1982 gegründet hat. SAB stellt Maschinen her, die Rundholz zu Dachlatten, Brettern oder Spänen verarbeiten - und das, vor allem in den letzten Jahren mit großem Erfolg. 30 Angestellte beschäftigt das Unternehmen in Aue, der Jahresumsatz hat sich seit 1999 um mehr als 100 Prozent gesteigert, wie Firmenchef Heinrich Fischer stolz berichtet.
Mit gerade mal sechs Mitarbeitern begann Fischer in der Gründungsphase. Zunächst nur als Ersatzteildienst und Reparaturservice für kleinere Sägewerke gestartet, entwickelte sich SAB schnell. "Ab 1984 haben wir mit dem Bau kleinerer Maschinen begonnen und ein Jahr später haben wir unsere Produkte dann erstmals auf einer Messe in Hannover präsentiert", erzählt Fischer. Seit 1989 stellt das Unternehmen auch komplette Anlage-Linien her, die die Holzstämme automatisch in die richtige Position drehen, entrinden und zurechtschneiden.
Mangel an Fachkräften Heute, 25 Jahre nach der Firmengründung, zählt SAB zu den führenden Unternehmen für Sägetechnologie in Deutschland. Produziert wird neben Aue auch in den neuen Bundesländern und in Tschechien. "Wir sind momentan absolut ausgelastet und haben Lieferzeiten von bis zu zwölf Monaten", erklärt Heinrich Fischer die aktuelle Auftragslage.
Neue Fertigungshalle Um die Produktion weiter steigern zu können, wird ab August eine neue Fertigungshalle auf 1800 Quadratmetern in Aue entstehen. Auch personell würde Firmenchef Fischer gerne expandieren. "Ich würde gerne noch qualifizierte Leute einstellen, aber die findet man kaum", klagt Fischer. Deshalb will er ab nächstem Jahr selbst für qualifizierten Nachwuchs sorgen und zum ersten Mal in der Firmengeschichte Ausbildungsstellen schaffen.
Für den Erfolg der Firma aus Aue ist der deutsche Markt kaum verantwortlich: 90 Prozent der Produktion wird exportiert. "Die Nachfrage im Inland nach Sägewerksanlagen ist einfach nicht da", weiß Fischer. Dafür sind die SAB-Maschinen vor allem in Russland heiß begehrt: 2003 erhielt man den Auftrag, dort fünf komplette Sägewerke auszustatten - ein Jahr brauchte das Wittgensteiner Unternehmen für die Herstellung der Anlagen. Seit 1998 unterhält SAB ein Büro in Moskau, von dem aus die Montage- und Reparaturarbeiten erfolgen.
Zweites Standbein Für die Zukunft plant Heinrich Fischer, mit seiner Firma auch auf einem anderen Markt tätig zu werden: der Holzwerkstoffindustrie. So sollen Maschinen gebaut werden, die aus kostengünstigem Waldindustrieholz gemesserte Furnierstreifen, so genannte "Eurostrips" herstellen. Auch Hackschnitzel und Sägemehl für Plattenwerkstoffe und als Rohstoff für die Papierindustrie fallen bei diesem Verfahren ab. Das neuartige Verfahren wird momentan in Kanada ausgiebig getestet. "Wir hoffen, dadurch ein zweites Standbein zu bekommen", erklärt Heinrich Fischer.
Am Montag dieser Woche ist SAB 25 Jahre alt geworden. Doch gefeiert wurde das Jubiläum bisher nicht, die Produktion lief ganz normal weiter. Im Oktober sollen die Feierlichkeiten aber in kleinem Kreis nachgeholt werden, wie Firmenchef Heinrich Fischer verrät: "Es wird eine kleine Feier mit den Angestellten und deren Familien geben. Ich mag kein großes Tamtam." Man ist halt bodenständig geblieben im beschaulichen Aue.
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